DGI:Infektionsprävention/Hygienetipps zur Vermeidung postoperativer Wundinfektionen (SSI)/Abstract
Postoperative Wundinfektionen (SSI) zählen zu den relevanten vermeidbaren Komplikationen chirurgischer Eingriffe. Die Prävention beruht auf einem multimodalen Hygienekonzept, das evidenzbasierte Maßnahmen vor, während und nach der Operation kombiniert. Zu den zentralen Empfehlungen gehören eine leitliniengerechte Antibiotikaprophylaxe, antiseptische Dekolonisations- und Hautvorbereitungsmaßnahmen, der Verzicht auf unnötige Haarentfernung, die Aufrechterhaltung der Normothermie, geeignete intraoperative Schutzmaßnahmen sowie Blutzuckerkontrolle und strukturierte Surveillance. Checklisten, Bündelstrategien und die Schulung von Patienten und Angehörigen unterstützen die konsequente Umsetzung und tragen zur Senkung des SSI-Risikos bei.
| Hygienetipps | Qualität der Evidenz |
|---|---|
| Verabreichen Sie die präoperative Antibiotikaprophylaxe (PAP) gemäß evidenzbasierten Standards und Leitlinien. | HOCH |
| Verwenden Sie eine Kombination aus parenteraler und oraler antimikrobieller Prophylaxe vor elektiven kolorektalen Eingriffen, um das Risiko von SSI zu reduzieren. | HOCH |
| Verwenden Sie alkoholhaltige Hautdesinfektionsmittel in Kombination mit einem remanenten Wirkstoff (z.B. Chlorhexidin, Octenidin, Povidon-Jod) zur chirurgischen Hautdesinfektion. | HOCH |
| Verwenden Sie alkoholhaltige Hautdesinfektionsmittel in Kombination mit einem remanenten Wirkstoff (z.B. Chlorhexidin, Octenidin, Povidon-Jod) zur chirurgischen Hautdesinfektion. | HOCH |
| Verwenden Sie bei Eingriffen am Magen-Darm-Trakt und an den Gallenwegen Wundrandschützer aus Kunststoff. | HOCH |
| Verwenden Sie eine Checkliste und/oder ein Bündel, um die Einhaltung bewährter Verfahren zur Verbesserung der chirurgischen Patientensicherheit sicherzustellen. | HOCH |
| Kontrolle des Blutzuckerspiegels in der unmittelbaren postoperativen Phase bei allen Patienten. | HOCH |
| Keimlastreduktion durch antiseptische Nasensalbe und Ganzkörperwaschung in für orthopädische und kardiothorakale Eingriffe (1) und bei anderen Eingriffen mit hohem Risiko für Staphylokokken-SSI, z. B. bei Eingriffen mit prothetischem Material (2). | (1) HOCH; (2)NIEDRIG |
| Verwenden Sie antiseptische Mittel zur präoperativen Vaginalvorbereitung bei Patientinnen, die sich einem Kaiserschnitt oder einer Hysterektomie unterziehen. | MÄSSIG |
| Entfernen Sie keine Haare an der Operationsstelle, es sei denn, das Vorhandensein von Haaren würde den chirurgischen Eingriff beeinträchtigen. | MÄSSIG |
| Durchführung einer intraoperativen antiseptischen Wundspülung. | MÄSSIG |
| Führen Sie eine SSI-Surveillance (z.B. KISS) durch. (Qualität der Evidenz: Mäßig, gesetzliche Forderung und QS Postoperative Wundinfektionen) und melden Sie die SSI-Rate ständig an das chirurgische Team. (Qualität der Nachweise: Mäßig) | MÄSSIG |
| Klären Sie Patienten und ihre Familien über die SSI-Prävention auf. | GERING |
| Prozessbeobachtungen des OP-Personals und in der zentralen Sterilgutaufbereitung (AEMP). | GERING |