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Perioperative Prophylaxe

Kapitelinformationen
Stand: Juni 2021
Kapitelleitung: Irit Nachtigall
Autor:innen: Jana Schroeder, Marzia Bonsignore, Arne Meißner, Friedhelm Bach, Martin Franz
Reviewer:innen: Sascha Tafelski
Beteiligte Fachgesellschaften: dgi-logo.png

Die perioperative Antibiotikaprophylaxe (PAP) wird kurzzeitig bei bestimmten Eingriffen eingesetzt mit dem Ziel die postoperativen Infektionskomplikationen zu verhindern oder zu reduzieren. Es handelt sich um eine Prophylaxe, keine Therapie. Bei Vorliegen einer Infektion muss die Antibiotikagabe als Therapie weitergeführt werden und eine erneute perioperative mikrobiologische Diagnostik durchgeführt werden. Bei aktiver Infektion sollten keine elektiven Operationen durchgeführt werden, außer die Infektion ist der Anlass der Operation.


Klinisches Bild

Klinisches Bild bearbeiten

Die Indikation für alle Operationen, die in dieser Handlungsempfehlung aufgelistet sind, sollten mit den chirurgischen Abteilungen konsentiert sein und keiner weiteren Rücksprache bedürfen. Müssen Abweichungen vorgenommen werden, sind diese mit den jeweiligen Operateur:innen im Vorfeld abzusprechen.

Die Hauptindikation der PAP sind sauber-kontaminierte bzw. kontaminierte Eingriffe. Bei den meisten aseptischen Eingriffen, ausgenommen Implantationen von größerem Fremdmaterial und herzchirurgische Eingriffe, ist keine PAP nötig. Bei stark kontaminierten (septischen) Eingriffen ist eine Therapie sinnvoll.


Risikofaktoren für postoperative Wundinfektionen
Patient:inneneigene
  • Alter (Zunahme/Dezenium)
  • Diabetes
  • Immuninkompetenz (z.B. Karzinompatienten)
  • Reduzierter Allgemeinzustanz
  • Übergewicht
  • Mangelernährung
  • ASA-Score > 2
  • MSSA/MRSA-Träger
  • Fieber 1 Woche prä-OP
  • Weibliches Geschlecht bei Eingriffen am Kolon und in der Kardiochirurgie
  • Männliches Geschlecht nach Trauma
  • Gefäßchirurgie und Kniegelenkersatz
  • Dialysepatienten
  • Hepatitis
  • Stoma
  • Drogenabusus
  • Infektionen anderer Lokalisationen
  • AVK
  • Periphere Ödeme
  • Lymphangitis
  • Neuropathie
  • Rauchen
  • Linksherzversagen nach koronarem Bypass
  • bakterielle Translokation bei Laparotomie
  • Rheumatoide Arthritis bei Kniegelenksersatz
  • Zirrhose
  • Risikofaktoren in der Dermatochirurgie nach Lokalisation: Bein unterhalb Knie
    • Leiste
    • Keilexzision Lippe oder Ohr
    • Verletzung der Schleimhautbarriere
    • Lappenplastik der Nase
    • Wundverschlüsse bei 2-zeitigem Vorgehen
    • Entzündliche Hauterkrankungen
Chirurgische Faktoren präoperative
  • Notfalloperation
  • Längerer präoperativer Krankenhausaufenthalt
  • Falsche Wahl des Antibiotikums und falscher Zeitpunkt der Gabe
  • Vorbestrahlung
  • Hochrisikooperation
  • Rezidiveingriffe
  • Steine im Gallengang oder Gallengangsverschluß
  • Erhöhtes CRP
  • Fremdkörperimplantationen
  • Rasur nicht unmittelbar vor OP
  • Präoperativer Urinkatheter
  • Vorausgegangene (neurochirurgische) Eingriffe
intraoperativ


  • Intraoperativ Erfahrung der Chirurg:innen
  • OP-Dauer >2h
  • Infizierter OP-Bereich
  • Kontaminierter OP-Bereich
  • Bluttransfusion
  • Albuminzufuhr
  • Lange Anästhesiedauer
  • Hypothermie
  • Sauerstoffabfall
  • Unterkühlung
  • Wundstapler
  • Unvorhersehbare Komplikationen
  • OP-Technik
  • Verfahrenswechsel Laparoskopie/Laparotomie
  • Enterokokken
  • Enterobakterien
  • Bacteroides fragilis in der Wunde
postoperativ


  • Drainagedauer länger als 3 Tage
  • Respiratorische Sepsis
  • Invasive Techniken (Urinkatheter, Thoraxdrainage, Nasensonde, ZVK)
  • Dialyse
  • Frühe Re-Operation wegen Blutung
  • Liquorleck der Zerebrospinalflüssigkeit
  • Externer Shunt


Epidemiologie

Klinisches Bild/Epidemiologie bearbeiten
Eingriffe nach Infektionsrisiko Operationskategorie Risiko in %
Sauber (aseptisch), Klasse  I Saubere Operationen mit Eröffnung des Gastro-, Intestinal-, Urogenital- oder Respirationstraktes ohne Austritt von Inhalt, Operationen an Mucosa und/ oder intertriginösen Arealen 1-2%
Sauber-kontaminiert (bedingt aseptisch), Klasse II

Saubere Operationen mit Eröffnung des Gastro-, Intestinal-, Urogenital- oder Respirationstraktes ohne Austritt von Inhalt, Operationen an Mucosa und/ oder intertriginösen Arealen

2-10 %
Kontaminiert Klasse III Operationen bei akuter Entzündung und/ oder Entleerung von Hohlorganinhalt – Durchbrechung der Asepsis bei der Versorgung frischer traumatischer Wunden 3-15 %
Stark kontaminiert (septisch), Klasse IV Operationen bei Eiteransammlung, nach Perforation von Hohlorganen und allen Verletzungen, Wunden, die länger als 4h bestehen Bis 40%



Erreger

Kolonisierende Mikroorganismen in Abhängigkeit der Lokalisation

Körperstelle Mikroorganismen
Nase Staphylococcus aureus, Streptococcus pneumoniae, Neisseria meningitidis
Oberer Respirationstrakt Streptococcus pneumoniae, Haemophilus influenzae
Mund/Oropharynx Streptococcus pneumoniae, Haemophilus influenzae
Gastroduodenal Escherichia coli, Proteus sp., Klebsiella spp., Enterococcus spp.
Kolorektal Escherichia coli, Klebsiella sp., Enterobacter spp., Bacteroides fragilis, Peptostreptococcus spp., Enterococcus spp
Gallenwege Escherichia coli, Klebsiella sp., Proteus spp., Enterococcus spp., Clostridioides spp.
Harnwege Escherichia coli, Klebsiella spp., Proteus spp., Enterobacter spp., Enterococcus spp.
Haut Staphylococcus aureus, Staphylococcus epidermidis, Cutibacterium acnes, Corynebacterium spp.


Therapie

Zeitpunkt: 30 bis 60 Minuten vor Hautschnitt soll die Dosis appliziert sein bzw. vor Anlage der Blutsperre.

Ausnahmen: Medikamente mit längerer Infusionsdauer, siehe Tabelle.

Eine intraoperative Wiederholung der Antibiotikagabe ist nach einem größeren Blutverlust (>1 Liter) oder bei länger dauernden Eingriffen (ein- bis zweifache Halbwertszeit der Substanz) indiziert (siehe Tabelle).

Die über die OP-Dauer fortgesetzte Antibiotika-Therapie hat in der Regel keine Vorteile hinsichtlich der postoperativen Wundinfektionsrate, sondern Nachteile bezüglich einer Resistenzentwicklung mit Suppression der endogenen Flora und Selektion pathogener Erreger und soll vermieden werden.

  Eine erst nach Hautnaht verabreichte PAP hat keinen Einfluss auf die Inzidenz der postoperativen Wundinfektion.


PAP bei laufender Antibiotikatherapie:
Antibiotikatherapie für PAP geeignet
Antibiotikatherapie nicht für PAP geeignet
  • zusätzliche Dosis 30-60 min. vor Hautschnitt
  • zusätzliche PAP wie für OP empfohlen


Perioperative Antibiotika-Prophylaxe

CAVE: Immer ab 120kg KG bzw. BMI > 35: Cefuroxim/Cefazolin 3g

Eingriffe Operationen Antibiotika
Chirurgische / Viszeralchirurgische Eingriffe Kolorektale Eingriffe (Resektionen, Kolotomien, AP-Anlage/Rückverlegung, Rektumamputation, Bypässe)
Cefuroxim 1,5g i.v. + Metronidazol 500mg i.v.

Cefazolin 2g i.v. + Metronidazol 500mg i.v.

Cave: regionale Resistenzlage für E. coli beachten, ggf. Ampicillin/Sulbactam 3g i.v. wählen

Appendektomie Cefuroxim 1,5g i.v. + Metronidazol 500mg i.v.

Cefazolin 2g i.v. + Metronidazol 500mg i.v.

Cefuroxim 1,5g i.v. + Metronidazol 500mg i.v. Cefazolin 2g i.v. + Metronidazol 500mg i.v.

Eingriffe an Ösophagus, Magen, Pankreas, extrahepatischen Gallenwegen und Dünndarm, Leberresektionen; konventionelle (offene) Cholezystektomie, akute Cholezystektomie Cefuroxim 1,5g i.v. + Metronidazol 500mg i.v.

Cefazolin 2g i.v. + Metronidazol 500mg i.v.

Offene Herniotomie mit Netzimplantation
Ggf. Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Laparoskopische Hernienreparation, elektive (laparoskopische Cholecystektomie)
Im Regelfall keine PAP erforderlich
Schilddrüseneingriffe mit Sternotomie Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Proktologische Eingriffe (z.B. Hämorrhoiden, Fisteln, Abszesse)
Im Regelfall keine PAP erforderlich
Endoskopische Eingriffe
ERCP mit Interventionen bei z.B. Cholestase; Endoskopische Punktion zystischer Läsionen Ceftriaxon 2g i.v.; Ampicillin-Sulbactam 3g i.v.
PEG-Anlage
Cefazolin 2g i.v.; Cefuroxim 1,5g i.v.
Ösophagusvarizen ohne Blutung
Im Regelfall keine PAP erforderlich
Radiofrequenzablation (RFA)
Individuelle Fallentscheidung vor Ort
Kardio-/Gefäßchirurgische Eingriffe
Aortocoronarer Bypass1), Klappenersatzoperationen1) (incl.transfemorale-,apikale Klappenimplantation), Herztransplantationen1)
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.

Bis zu 24h möglich, Evidenz für Gabe über OP hinaus unklar (vgl. WHO Guidelines)

Arterielle Eingriffe der unteren Extremität und Aorta; Implantationen von Gefäßprothesen der großen arteriellen Gefäße (z.B. Aortenstent); Shuntoperationen (Rezidiv) Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Rezidiv Varikosis
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v
Schrittmacher, Port
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v
Thoraxchirurgische Eingriffe
Thorakoskopische Eingriffe, Thorakotomie und Lungenresezierende Eingriffe, Operationen an der Brustwand sowie des Mediastinums Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.; Ampicillin-Sulbactam 3g i.v
Geburtshilfe und Gynäkologische Eingriffe
Radikale Eingriffe; abdominelle Hysterektomie (Laparoskopische Eingriffe; LASH; TLH), vaginale Hysterektomie
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.

(bei drohender oder geplanter Darmeröffnung Metronidazol 0,5 g i.V. dazu geben)

Inkontinenzchirurgie
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Operative Hysteroskopien (Chromopertubation, Sterilitätsoperation)
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Diagnostische Hysteroskopien
Im Regelfall keine PAP erforderlich
Mammachirurgie
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Diagnostische Mammapunktionen: Hochgeschwindigkeitsstanze, stereotaktisch gesteuerte Vakuumbiopsie Im Regelfall keine PAP erforderlich
Vaginale Entbindung z.B. bei Nachtastung, Nachblutung in der Episiotomie Im Regelfall keine PAP erforderlich siehe Kapitel Geburtshilfe
Kaiserschnittentbindung
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v. Zeitpunkt der Antibiotikagabe: präoperativ
Schwangerschaftsabbruch (Interruptiones und Abortabrasiones)
Im Regelfall keine PAP erforderlich
Implantation von alloplastischen Material
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
HNO/MKG-Eingriffe
  • Ausgedehnte (Tumor-)Operationen an Larynx oder Pharynx mit/ohne Lappenrekonstruktion oder Neck Dissection
  • (Laser)-Resektion von Tumoren in Mundhöhle und Pharynx
  • Operation eines Zenker Divertikels (offen oder endo-skopisch)
  • Tracheaquerresektion
  • Tracheotomie, Tracheostomaverschluss
Cefuroxim 1,5g i.v.

oder Ampicillin/Sulbactam 3g i.v.

  • Septorhinoplastik1,2
  • Schädelbasis OP mit Duraeröffnung
  • Tympanoplastik2, Stapesplastik2
  • Gehörgangsplastik2
  • Frakturversorgung von Mittelgesicht-, Orbitaboden- oder Schädelfrakturen, insb. mit Einbringen von Fremdmaterial1,2
  • Dakryozystorhinostomie1,2
  • Cochlear Implantat, Implantierbare Hörgeräte, Knochenanker („bone-anchored hearing aid“, Epithesen, dentale Implantate)
  • Abszess-Tonsillektomie (ggf. als AB-Therapie!)
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.

oder Ampicillin/Sulbactam 3g i.v.


1: Ggf. + Metronidazol 0,5g i.v. (Anaerobier, bei Eröffnung von Schleimhaut)

2: fakultative Antibiotikagabe

  • Septumplastik, Conchotomie, NNH-OP (ohne Infektion)
  • Adenotomie, Tonsillektomie, Tonsillotomie
  • Posteriore Chordektomie
  • geschlossene Nasenbeinreposition
  • Parotidektomie (lateral u. total), Submandibulektomie
  • Exstirpation von Halszysten o. Lymphknoten
  • Neck-Dissection (isoliert, ein- oder beidseitig)*
  • Kleine Stimmbandchirurgie
  • Kleinere Schleimhauteingriffe (Fibrom, Papillom, etc.)
  • Anthelixplastik/Otoplastik/Otopexie
  • Parazentese, Paukendrainage
  • Mikrolaryngoskopie, Ösophagoskopie, Bronchoskopie, Pharyngoskopie

Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.

oder Ampicillin/Sulbactam 3g i.v. -

„clean“ - bei extensiver Lymphadenektomie fakultative Antibiotikagabe

Alternative bei ß-Laktam-Allergie: Clindamycin 600mg (900mg bei KG > 80kg) i.v. über 30 min
Es gibt keine Evidenz für positive Effekte einer „prolongierten perioperativen Prophylaxe“ über mehr als 24h, auch bei HNO-Eingriffen!

KEINE prophylaktische Antibiotikagabe über mehrere Tage, selbst bei großen TU-Eingriffen

KEINE systemische, prophylaktische Antibiotikatherapie bei Nasentamponade (insb. bei NT <3 Tage)
Neurochirurgische Eingriffe
Liquor-Shunt-Operationen, ICP-Sonde
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Spinalchirurgie
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Kraniotomie;  Kranioplastik
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Ophthalmologische Eingriffe
Penetrierende, perforierende Verletzungen
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Orthopädisch-/Traumatologisch- / Handchirurgische Eingriffe
Große Gelenkendoprothesen (Knie, Hüfte, Schulter)
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Wirbelsäulenchirurgie
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Offene und größere athroskopische Gelenkeingriffe (z.B. Kreuzbandplastik)
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Kleine arthroskopische Operationen Im Regelfall keine PAP notwendig
Offene Frakturen mit Weichteilschaden/ schwere Hand-verletzungen mit Gewebszerreißungen, Gliedmaßenreplantation*

Cefuroxim 1,5g i.v. +/- Metronidazol 0,5g i.v. (je nach Verschmutzungsgrad der Wunde)

* Bei primären Wundverschluss nur PAP und keine Therapie, da keine Infektion, nur Besiedlung vorliegt. Bei stark kontaminierten, septischen Wunden, z.T. sekundären Wunden (siehe Wundklassifikation), schweren Handverletzungen mit Gewebszerreißungen und -quetschungen, Gliedmaßenreplantation, ist trotz entsprechender chirurgischer Erfahrung eine kalkulierte Antibiotika-Therapie zu erwägen"

Geschlossene Frakturen mit Implantaten Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Major Amputationen (Extremitäten)
Cefuroxim 1,5g i.v. + Metronidazol 0,5g i.v.
Dermatologische Eingriffe
Die Indikation zur PAP in der Dermatochirurgie ist gegeben bei Wunden der Klasse II-IV nach Haas und Grekin:

II.     Leicht kontaminierte Wunden: Kleinere Defizite der Asepsis oder jede Operation an Mukosa oder intertriginösen Arealen (z. B. Mundhöhle, Nasenschleimhaut, Achsel, Inguinal, Perineum). Infektionsrate etwa 10%.

III.   Kontaminierte Wunden: Deutliches Defizit der Asepsis oder sichtbar entzündete Haut mit oder ohne Exsudat (z. B. entzündete Zysten, traumatische Wunden). Infektionsrisiko 20-30%

IV.   Septische Wunden: Kontaminierte Fremdkörper, Eiter, Nekrose (z. B. nekrotische Tumore, rupturierte Zysten, Acne inversa). Infektionsrisiko etwa 40%.

Große Tumorchirurgie
Cefuroxim 1,5g i.v.;

Cefazolin 2g i.v.

Haut- und Weichteilchirurgie
Keine primären PAP nötig, bei ausgedehnter Chirurgie ggf. Cefuroxim 1,5g i.v.;

Cefazolin 2g i.v.

Endo-Urologische Eingriffe
Ureterorenoskopie
Nur Risikopatienten (komplizierter Ureterstein; langfristig einliegender Katheter)

Cefuroxim 1,5g i.v.

Percutane Nephrolitholapaxie
Cefuroxim 1,5g i.v.
Blasensteinlithotripsie
Cefuroxim 1,5g i.v.
TUR-P (außer „low risk/ small size“) Ceftriaxon 2g i.v.
TUR-B; Urethrotomie; ESWL (unauffälliger Urinbefund obligat)
Im Regelfall keine PAP notwendig.
Urologische Diagnostische Eingriffe
Prostatabiopsie transrektal
Fosfomycin 3 g oral; cave: Aufklärung über nicht gegebene arzneimittelrechtliche Zulassung


Alternativ in Ausnahmefällen:

Mit expliziter Risikoaufklärung weiterhin Ciprofloxacin 500mg p.o.

Ceftriaxon 2g i.v. und postinterventionell für 2 Tage Cefpodoxim 2 x 200 mg p.o.
Bei Z.n. vorausgegangenen transrektalen Prostatabiopsien: Rektalabstrich und ggf. testgerechte Antibiotikatherapie nach Befund

Prostatabiopsie perineal
Cefuroxim 1,5g i.v.
Zystoskopie; Urodynamik; diag. URS (unauffälliger mikrobiologischer Urinbefund obligat)
Im Regelfall keine PAP notwendig.
Laparoskopische Eingriffe in der Urologie
Ohne Eröffnung + Rekonstruktion Harntrakt: z.B. Nephrektomie Adrenalektomie
Im Regelfall keine PAP notwendig.
Mit Eröffnung + Rekonstruktion Harntrakt: z.B. radikale Prostatektomie, Nierenbeckenplastik, Nierenteilresektion, Ureterozystoneostomie, …
Cefuroxim 1,5g i.v.
Zystektomie
Cefuroxim 1,5g i.v. (je nach OP-Zeit ggf. wiederholt); bei Verwendung Dickdarm zur Harnableitung + Metronidazol 0,5g i.v.
Urologische offene Eingriffe
Ohne Eröffnung + Rekonstruktion Harntrakt: z.B. Nephrektomie, Adrenalektomie PAP nicht zwingend erfolderlich, ggf. Cefuroxim 1,5g i.v.
Mit Eröffnung + Rekonstruktion Harntrakt: z.B. radikale Prostatektomie, Nierenbeckenplastik, Nierenteilresektion, Ureterozystoneostomie, …
Cefuroxim 1,5g i.v.
Zystektomie
Cefuroxim 1,5g i.v. (je nach Op-Zeit ggf. wiederholt); bei Verwendung Dickdarm zur Harnableitung und Metronidazol 0,5g i.v.
CAPD-Katheter
Implantation
Vancomycin 1x15mg/kg KG i.v. über 1h pro Gramm Vancomycin

CAVE: Kontraindikationen bei Chinolonen beachten. Erregernachweis heranziehen, danach AB-Entscheidung.


Multi- und panresistente Erreger (MRE) z.B. MRSA-, MRGN-Besiedlung

MRSA-Besiedlung Grundsätzlich ist bei bekanntem MRSA ein Sanierungsversuch erforderlich
3-MRGN-Besiedlung
Rücksprache Mikrobiologie, ABS-Team
4-MRGN-Besiedlung
Rücksprache Mikrobiologie, ABS-Team

Indikation nach den Empfehlungen der geplanten Prozedur. Anpassung der PAP in Abhängigkeit von Erreger, Resistenz, Wirtsfaktoren, geplanter OP und Lokalisation des Erregerreservoirs. Siehe auch Kapitel Multiresistente Erreger

PAP bei Allergie gegen Beta-Laktam-Antibiotika
Empfohlene Antibiotika Alternative
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v. Clindamycin 600mg i.v.
Cefuroxim 1,5g i.v. + Metronidazol 500mg i.v. Ciprofloxacin 400mg i.v. + Metronidazol 500mg i.v.

Eine Kreuzallergie zu Cephalosporinen ist selten. Es ist schwierig, belastbare Zahlen über das Ausmaß der Kreuzallergie zu finden, wohl auch weil das Ausmaß der Kreuzallergie mit dem Ausmaß der chemischen Modifikation der Substanz abnimmt. Daher würde eher ein Zweit- (Cefuroxim) als ein Erstgenerations-Cephalosporin (Cefazolin) zu empfehlen sein. Siehe auch Kapitel Penicillinallergie.

CAVE: Symptome einer berichteten Penicillin-Allergie genau erfragen.


Prophylaxe und Prävention

Prophylaxe und Prävention bearbeiten
Endokarditis-Prophylaxe
  • Grundlage
    • 2015 ESC Guidelines for the management of infective Endocarditis task force for the Management of Infective Endocarditis of the European Society of Cardiology
  • Wer:
    • Wird nur für Hochrisikopatient:innen empfohlen Hochrisikopatient:innen sind Patient:innen mit der höchsten Inzidenz einer infektiösen Endokarditis und/oder mit dem höchsten Risiko für einen schlechten Verlauf einer infektiösen Endokarditis.Dazu gehören:
    • Patient:innen mit Klappenprothesen, einschließlich Transkatheterklappen, oder mit rekonstruierten Klappen unter Verwendung prothetischen Materials
    • Patient:innen mit überstandener Endokarditis
    • Patient:innen mit angeborenen Herzfehlern:
      • Jegliche zyanotischen Herzfehler
      • Bis zu 6 Monate nach operativer oder interventioneller Vitienkorrektur unter Verwendung von prothetischem Material oder lebenslang bei residuellem Shunt oder Klappeninsuffizienz
    • Keine Endokarditis-Prophylaxe für alle anderen Formen der Klappen- und Herzerkrankungen
  • Wann(bei welchen Eingriffen sollten Hochrisikopatient:innen eine Endokarditis-Prophylaxe erhalten):
    • Zahnärztliche Eingriffe
      • Endokarditis-Prophylaxe empfohlen bei Eingriffen / Manipulationen an der Gingiva, der periapikalen Zahnregion oder Perforation der oralen Mukosa
    • Gastrointestinale oder Urogenitale Eingriffe an infizierten Herden
      • Intraabdominaler Abszess
      • Ileus
      • Darmperforation
      • Magenperforation
      • Cholecystitis/ Gallenblasenempyem
      • Fourniersche Gangrän
      • Infizierte Harnstauungsniere

CAVE: KEINE Endokarditis-Prophylaxe bei:

  • Oberflächlichen Zahnärztlichen Eingriffen bei Applikation von Lokalanästhesie in reizlosem Gewebe, Fadenentfernung, Röntgen, Einsatz oder Entfernung von Zahnprothesen oder Klammern, Lippentrauma oder Verletzung der oralen Mukosa, nach Milchzahnwechsel oder Verletzung der Lippen und oralen Mukosa
  • Eingriffen am Respirationstrakt einschließlich Laryngoskopie, Bronchoskopie transnasale-, endotracheale Intubation (oral oder nasal)
  • Gastroskopie, Coloskopie, transösophageales Echo, Cystoskopie
  • Eingriffe an Weichteilgewebe und Haut


PAP und Endokarditis-Prophylaxe

Liegt eine Indikation zur Endokarditis-Prophylaxe vor, werden - anstelle der oben empfohlenen Antibiotika – bevorzugt Substanzen mit Enterokokken-Wirksamkeit eingesetzt:

Antibiotika zur PAP Empfohlene (Ersatz-) Substanz bei Indikation zur Endokarditis-Prophylaxe
Ohne PAP-Indikation Ampicillin 2g i.v.
Cefazolin / Cefuroxim Ampicillin-Sulbactam 3g i.v.
Cefazolin / Cefuroxim + Metronidazol Ampicillin-Sulbactam 3g i.v.
ß-Laktam-Allergie Empfohlene (Ersatz-) Substanz bei Indikation zur Endokarditis-Prophylaxe
Ohne PAP Clindamycin 600mg i.v./p.o
Cefazolin / Cefuroxim (ohne Gastrointestinaltrakt) Clindamycin 600mg i.v./p.o
Cefazolin / Cefuroxim +/- Metronidazol Vancomycin 1g i.v. + Ciprofloxacin 400 mg i.v. +/- Metronidazol 500 mg i.v.
Antibiotika für die perioperative Antibiotika- und Endokarditis-Prophylaxe
Antibiotikagruppe Substanz Dosis/Applikations-art Zeitpunkt der Gabe Wiederholungsgabe**
Aminopenicillin
Ampicillin
1 x 2g i.v. Infusionsende 30 min vor Schnitt
> 3 h OP-Dauer
Aminopenicillin +

ß-Lakt.-Inhibitor (BLI)

Amoxicillin + Clavulan-Säure

Ampicillin + Sulbactam

1 x 875/125mg p.o.
1 x 3g  i.v.
120 min vor Schnitt*

Infusionsende 30 min vor Schnitt

> 3 h OP-Dauer

> 3 h OP-Dauer

gezielte Carbapenem-Prophylaxe
Imipenem „Imipenem 1g“ entspricht Imipenem 1g + Cilastatin 1g (= 2x 1Ampulle à 0,5g Imipenem + 0,5g Cilastatin)

Meropenem

1 x 1g i.v.

1 x 1g i.v.

Infusionsende 30 min vor Schnitt
> 3 h OP-Dauer
Cephalosporin Gruppe 1
Cefazolin
1 x 2g i.v bei KG

>120kg 1 x 3g i.v.

Infusionsende 30 min vor Schnitt
> 3 h OP-Dauer
Cephalosporin Gruppe 2
Cefuroxim
1 x 1,5g i.v bei KG

>120kg 1 x 3g i.v.

Infusionsende 30 min vor Schnitt
> 3 h OP-Dauer
Sonderindikationen
Antibiotikagruppe Substanz Dosis/Applikations-art Zeitpunkt der Gabe Wiederholungsgabe**
Cephalosporin Gruppe 3a
Ceftriaxon
1x2g i.v. Infusionsende 30 min vor Schnitt
> 8 h OP- Dauer
Fluorchinolon Gruppe 2
Ciprofloxacin
1 x 500mg p.o.

1 x 400mg i.v.

120 min vor Schnitt*

Infusionsende 30 min vor Schnitt, Infusionsdauer 60 min

> 8 h OP- Dauer
Fluorchinolon Gruppe 3
Levofloxacin
1 x 500mg p.o. 120 min vor Schnitt > 12 h OP OP-Dauer
Glykopetid
Vancomycin **
1 x 1g i.v. Infusionsende 30 min vor Schnitt, Infusionsdauer >60 min**
> 12 h OP-Dauer
Folat-Antagonist
Cotrimoxazol
1 x 960mg p.o. 120 min vor Schnitt > 12 h OP-Dauer
Lincosamid
Clindamycin
1 x 600mg i.v. Infusionsende 30 min vor Schnitt
> 6 h OP-Dauer
Nitroimidazol
Metronidazol
1 x 500 mg i.v. Infusionsende 30 min vor Schnitt
> 8 h OP-Dauer

* Maximaler Serumspiegel bei normaler enteraler Resorption

** Infusionsdauer > 1 h, ansonsten Gefahr von „Red-Man-Syndrom“ (Hautrötung u. Schwellung im Kopf-Hals-Bereich, die wie eine Allergie imponieren kann)

Angaben Halbwertzeiten: Mandell, Douglas and Bennetts: Principles and Practise of Infectious Disease. Elsevier Inc. 2009, Fachinformationen


Quellen

  • Aktualisierte Empfehlungen zur perioperativen Antibiotikaprophylaxe in der Schweiz, 2015
  • Baaqeel H, Baaqeel R. Timing of administration of prophylactic antibiotics for caesarean section: a systematic review and meta-analysis. BJOG. 2013;120(6):661-669. doi:10.1111/1471-0528.12036
  • Ban KA, Minei JP, Laronga C, et al. American College of Surgeons and Surgical Infection Society: Surgical Site Infection Guidelines, 2016 Update. J Am Coll Surg. 2017;224(1):59-74. doi:10.1016/j.jamcollsurg.2016.10.029
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Einzelnachweise