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Die klinische Untersuchung stellt eine conditio sine qua non dar. Darüber hinaus bedarf es laborchemischer und bildgebender Untersuchungen.

  • Laborchemisch sollten zur Abklärung einer systemischen Entzündungsreaktion CRP und PCT sowie ein Differentialblutbild untersucht werden. In der Abschätzung schwerer Krankheitsverläufe insbesondere bei akuter Verschlechterung des Patient:innen kann die Messung der plasmatischen IL-6-Konzentration auf Grund des schnelleren Ansprechens auf eine systemische Inflammation, besonders bei septischen Verläufen, hilfreich sein.
  • Die Bildgebung sollte entsprechend eskalierend mit einer orientierenden sonographischen Untersuchung des Abdomens beginnen. Im Fall einer schweren IAI mit Zeichen einer Sepsis sollte eine Bildgebung mittels Abdomen-CT (mit KM) erfolgen, ein Abdomen-CT kann den Fokus der intraabdominellen Infektion zumeist eingrenzen, wenn auch eine Peritonitis nicht direkt darstellbar ist.
Indikation zur Probeneinsendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  Grundlage für eine rationale Antibiotikatherapie ist die adäquate Gewinnung von Probenmaterial.


  • Mikrobiologische Aufarbeitung nicht indiziert:
    • Unkomplizierte ambulant erworbene IAI (z.B. unkomplizierte Appendizitis) ->
  • Mikrobiologische Aufarbeitung unverzichtbar:
    • Komplizierte oder „Healthcare-associated“ IAI
    • Jede Re-Operation
Qualitätsanforderungen für Proben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Repräsentativ für den infektiologischen Fokus
  • Mind. 1-2 ml Peritonealflüssigkeit/Eiter und/oder Gewebe nativ
  • Abstriche sind Flüssigkeits-und Gewebeproben deutlich unterlegen
  • Parallel Abnahme von Blutkulturen (mind. 2 Paar)
  • Möglichst kurze Transportzeiten
  • Präzise Anforderung/ Materialbezeichnung
  • Keine Proben bei asymptomatischen Patient:innen
Nicht Kulturelle Diagnostik von Candida spp.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die diagnostische Wertigkeit nicht kultureller Nachweisverfahren muss nach wie vor kritisch beurteilt werden. Die Sensitivität und Spezifität ist häufig unzureichend um auf Grundlage der Testergebnisse eine Therapie zu initiieren. So zeigt sich bei dem Antigen Latex-Agglutinationstest eine Sensitivität von 30-77% und Spezifität 70-88%. Falsch positive Ergebnisse können unter anderem bei hohen Serum-Kreatininwerten auftreten. Auch der Nachweis von Mannan-Epitopen durch spez. Antikörper zeigte in Studien nur eine Spezifität von 70-80% und eine Sensitivität von 42-98%. Bei Verwendung des Nachweises von zirkulierendem (1,3-)-β-D-Glucan muss bzgl. der Interpretation eines positiven Testergebnisses berücksichtigt werden, dass es zu positiven Befunden auch bei Aspergillus- und Pneumocystis-Infektionen, bei der Gabe von Antibiotika oder von Blutprodukten oder Immunglobulinen kommen kann[1].

  1. Cuenca-Estrella M, Verweij PE, Arendrup MC, et al. ESCMID* guideline for the diagnosis and management of Candida diseases 2012: diagnostic procedures. Clin Microbiol Infect. 2012;18 Suppl 7:9-18. doi:10.1111/1469-0691.12038
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