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Geschlechtskrankheiten

Kapitelinformationen
Stand: Juni 2021
Kapitelleitung: Christoph Spinner
Autor:innen: Elena Rodriguez-Castellano, Michael Sabranski, Carsten DiMeo-Depmeier
Reviewer:innen: Falitsa Mandraka
Beteiligte Fachgesellschaften: dgi-logo.png

Geschlechtskrankheiten, im Deutschen auch englisch STD (sexually transmitted diseases) oder STI (sexually transmitted infections) genannt, sind jene Krankheiten, die durch Geschlechtsverkehr übertragen werden können. Sie können von Viren, Bakterien, Pilzen, Protozoen und parasitischen Arthropoden verursacht werden.


Klinisches Bild

Klinisches Bild bearbeiten

Die Symptome von sexuell übertragbaren Infektion (STI) können je nach Erreger und Lokalisation vielfältig sein. Nichtsdestotrotz gibt es Leitsymptome, die auf eine STI hindeuten. Diese sind initial zumeist lokal und abhängig von der Lokalisation der Infektion. Je nach Erreger können bis 90% der Fälle asymptomatisch bleiben. So verlaufen beispielsweise bei Männern die Sex mit Männern (MSM) haben bis 85% der diagnostizierten rektalen Chlamydia trachomatis- und Gonokokkeninfektionen asymptomatisch[1].

Je nach Eintrittspforte können unterschieden werden:

  • Lokale Hauteffloreszenzen (Rötungen, Ulzera, Bullae, Verrucae)
  • Urethritis (Ausfluss, Schmerzen, Brennen, Juckreiz)
  • Proktitis (Blutung, Schleimabgang, Schmerzen, Tenesmen)
  • Vaginitis und Zervizitis (vermehrter Fluor, Schmerzen)
  • Entzündliche Beckenerkrankung incl. Prostatitis und Adnexitis
  • Pharyngitis
  • Konjunktivitis

Nebst den genannten lokalen Leitsymptomen können insbesondere bei Organbeteiligung im Akutstadium systemische Infektionszeichen wie Fieber, Lymphadenopathie und Fatigue vorkommen. Bei einigen Erregern können im Verlauf Spätstadien mit neurologischen, chronisch-entzündlichen oder immunologischen Folgeerkrankungen und Infertilität auftreten.

Aufgrund des zum Teil hohen asymptomatischen Trägertums wird diskutiert und teilweise in Leitlinien empfohlen Menschen mit einem relevant erhöhten Risiko für Geschlechtskrankheiten regelmäßig zu screenen. Zu dieser Gruppe zählen unter anderem[2]:

  • Menschen mit > 5 wechselnden Sexualpartner*innen
  • MSM (Männer, die Sex mit Männern haben)
  • Sexarbeiter*innen
  • Nutzer*innen einer HIV PrEP (Prä-Expositionsprophylaxe für HIV)
  • Kondomloser Sex
  • Substanzgebrauch beim Geschlechtsverkehr („Chemsex“)

Klinische Situationen

Klinisches Bild/Klinische Situationen bearbeiten

Die erregerspezifischen klinischen Leitsymptome unterschiedlicher klinischer Situationen sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen.

Inkubationszeit, Leitsymptome und Komplikationen häufiger sexuell übertragbarer Infektionen (STI)
Erreger Inkubationszeit Leitsymptome Komplikationen
Chlamydia trachomatis (CT) 7 - 21 Tage
  • Urethritis, Proktitis
  • Pharyngitis
  • Vaginitis, Zervizitis
  • Konjunktivitis
  • Lymphogranuloma venereum (Serovar L1-3)
  • Reitersyndrom (Arthritis, Konjunktivitis, Urethritis)
  • Adnexitis und Infertilität
  • Chronisches Beckenschmerzsyndrom
Haemophilus ducreyi (HD) 3 - 5 Tage Schmerzloses Ulcus molle (evtl. multilokal) Abszedierung, Fistelbildung
Herpes simplex virus (HSV) 2 - 12 Tage Schmerzhafte gruppierte Vesiculae
  • Persistenz des Virus mit Möglichkeit rezidivierender Exazerbationen
  • Peripartale Infektion des Neonato
Humanes Papilloma-Virus (HPV) 2-3 Monate bis zum Auftreten von Feigwarzen

3-6 Jahre bis zum Auftreten von (Prä-) Kanzerosen

Condylomata acuminata (Feigwarzen)
  • Neoplasien
    • Anal intraepithelial (AIN) -> Analkarzinom
    • Zervikal intraepithelial (CIN) -> Zervixkarzinom
Neisseria gonorrhoeae (NG) 1 - 14 Tage
  • Urethritis, Proktitis
  • Pharyngitis
  • Vaginitis, Zervizitis
  • Konjunktivitis
  • Disseminierte Gonokokkeninfektion bei Immunsupprimierten
  • Reitersyndrom (Arthritis, Konjunktivitis, Urethritis)
  • Adnexitis und Infertilität
  • Chronisches Beckenschmerzsyndrom
Mycoplasma genitalium (MG) 7 - 14 Tage
  • Urethritis, Proktitis
  • Pharyngitis
  • Vaginitis, Zervizitis
  • Adnexitis und Infertilität [3][4]
  • Chronisches Beckenschmerzsyndrom
Treponema pallidum (TP, Syphilis) 14-24 Tage*

*CAVE: grosse Varianz: 10–90 Tage

  • Stadium I:

Schmerzloses Ulcus durum, lokale Lymphadenopathie

  • Stadium II:

Stammbetontes nichtjuckendes Exanthem, Lymphadenopathie, Fieber, Müdigkeit, Haarausfall, Syphilide palmoplantare Exantheme

  • Stadium III:  Gummata, Mesaortitis (Aortenaneurysma), Tabes dorsalis
  • Eine ZNS-Beteiligung kann im Stadium II und III auftreten und meningitisch und/oder enzephalitisch verlaufen.
  • Lues connata bei Neugeborenen
Trichomonas vaginalis (TV) 5 - 30 Tage Vaginitis, Zervizitis (Fluor)

Leitsymptome

Klinisches Bild/Leitsymptome bearbeiten

Siehe Klinische Situationen

Epidemiologie

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Mit Ausnahme für HIV und Syphilis besteht in Deutschland keine Meldepflicht (nach den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes). Epidemiologische Daten zu dem Vorkommen von STIs beruhen daher auf unterschiedlichen Quellen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzte 2016, dass jährlich weltweit etwa 376 Mio. neue Infektionen von vier behandelbaren STI bei 15-49-jährigen Personen auftreten, davon 127 Millionen durch Chlamydien, 87 Millionen durch Gonokokken, 6.3 Millionen durch Syphilis und 156 Millionen durch Trichomonas spp.)[5]. Mehr als 500 Millionen Menschen leben mit einer Herpes genitalis-Infektion und geschätzt 300 Millionen Frauen haben eine HPV-Infektion[6].

Dem ECDC wurden 2013 etwa 400.000 Chlamydien-, etwa 66.000 Gonokokken- und über 24.000 Syphilisinfektionen aus 26 Ländern übermittelt. Von den übermittelten Infektionen stammten bis zu 60% aus Großbritannien, während verschiedene zentral- und osteuropäische Länder nur vereinzelt Infektionen meldeten. Das ECDC geht daher von einer Untererfassung aus, da unter den EU-Mitgliedsstaaten weiterhin große Unterschiede in Teststrategien, Testmethoden und Surveillance bestehen. Eine zuverlässige Aussage zur wirklichen Situation in Europa kann anhand dieser Daten nicht getroffen werden [7]

Die Epidemiologie unterscheidet sich auch in den einzelnen Risikogruppen. Gemäß Daten des RKI liegt bei MSM die allgemeine Prävalenz von STI bei 30%. Mycoplasma genitalium ist dabei der häufigste Erreger mit über 16% gefolgt von Chlamydia trachomatis (9.9%) und Neisseria gonorrhoe (8,9%)[8].

Auffällig ist ein deutlicher Anstieg der Syphilis-Meldezahlen um 149% (zwischen 2009 und 2016).Mit 7889 gemeldeten Fällen wurde 2019 die bisherige Höchstzahl erreicht[FM1] , wie das RKI im epidemiologischen Bulletin 49/2020 berichtet. Bundesweit lag die Syphilisinzidenz bei 8,5/100000 Einwohner. Die bundesweit höchsten Inzidenzen wurden in Berlin gemeldet (62,8-117,8). Die höchste Inzidenz weisen Männer zwischen 30 und 39 Jahren auf. Achtzig Prozent der Fälle wurden bei MSM diagnostiziert[9].
Bei Frauen ist Chlamydia trachomatis der häufigste Erreger. Insgesamt sind 3,8% der Chlamydientests (Chlamydienscreening unter 25 Jahren und Schwangerschaft) bei Frauen positiv[10]. Die Infektionen verlaufen bei 80% der Frauen und 50% der Männer asymptomatisch und bleiben häufig unerkannt. Koinfektionen mit Gonokokken treten bei 15% der infizierten Männer auf[11].

Prognose

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Die bakteriellen STI (Chlamydien, Gonokokken, Mycoplasma, Syphillis) können erfolgreich kurativ antibiotisch behandelt werden. Unentdeckt oder unbehandelt sind sie häufig Ursache einer sekundären Infertilität oder führen zu Folgeerkrankungen (siehe Tabelle Inkubationszeit, Leitsymptome und Komplikationen häufiger sexuell übertragbarer Infektionen (STI)).

Einige virale STIs sind weiterhin nicht heilbar und erfordern eine lebenslange medikamentöse Therapie (HIV, HBV). Die Folgen sind sehr unterschiedlich und sind unter anderem abhängig von der Karzinogenität (HPV, HBV).

Diagnostik

Diagnostik bearbeiten

Zur Klärung ob eine STI vorliegt sind nebst (Kontakt-)Anamnese, klinische (Inspektion und Palpation) und labordiagnostische Untersuchungen erforderlich, die sich an der Wahrscheinlichkeit orientieren, mit der eine STI in einer Körperregion vorliegt. Die klinische Untersuchung richtet sich nach dem Geschlecht, sexuellen Praktiken und Symptomen. Bei Transsexuellen erfolgt die Untersuchung je nach anatomischen Bedingungen[12].

Diagnostische Schritte

Diagnostik/Diagnostische Schritte bearbeiten

Eine Übersicht der zur Anwendung kommenden diagnostischen Mittel zeigt nachfolgende Tabelle.

  Bei Hochrisikopopulationen (MSM und PrEP-User) sind Re- und Co-Infektionen mit mehreren Erregern häufig.


Übersicht relevanter Diagnostikmethoden bei STI

nach [13]

Erreger Diagnostik der Wahl Material
HIV, HBV, HCV Serologie Serum (oder EDTA-Blut)
Syphilis Serologie (NAAT aus Ulkus) Serum (oder EDTA-Blut)

(Abstrich für PCR aus Ulkus mit niedriger Sensitivität)

Chlamydia trachomatis NAAT (Gepoolter) Abstrich (urethral, rektal, vaginal, zervikal oder pharyngeal) oder Erststrahlurin
Neisseria gonorrhoeae NAAT

Kultur zur Resistenzbestimmung

Mikroskopischer Nachweis

(Gepoolter) Abstrich (urethral, rektal, vaginal, zervikal oder pharyngeal) oder Erststrahlurin
Mykoplasma genitalium NAAT (Gepoolter) Abstrich (urethral, rektal, vaginal, zervikal oder pharyngeal) oder Erststrahlurin
Trichomonas vaginalis NAAT

Mikroskopischer Nachweis

Abstrich (vaginal, zervikal) oder Erststrahlurin
Herpes Simplex Virus Blickdiagnose

NAAT

Abstrich aus Läsion, Bläschenflüssigkeit
Humanes Papilloma Virus Makroskopische Inspektion

Histologie

NAAT

Abstrich

CAVE: Bei zunehmender Resistenz von Neisseria gonorrhoea ist die Anlage einer Kultur vor Therapiebeginn dringend zu empfehlen.

CAVE: Serologien für Chlamydia trachomatis und Gonokokken werden nicht empfohlen. Bei Verdacht auf Lymphogranuloma venereum sollte die Differenzierung in Serovare L1-L3 und D-K der Chlamydien mittels PCR erfolgen[14].

Differentialdiagnosen

Diagnostik/Differentialdiagnosen bearbeiten

Im Folgenden findet sich eine Auswahl möglicher Differenzialdiagnosen

  • Pharyngitis:
    • Pharyngitis durch andere Erreger (Streptokokken, Epstein-Barr-Virus, respiratorische Viren)
  • Proktitis:
    • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
    • infektiöse Diarrhoe (inbesondere durch Shigella species als STI)
  • Urethritis:
    • Harnwegsinfektion
    • Prostatitis
    • Candidose
  • Ulcus:
    • Morbus Bowen, intraepitheliale Neoplasie
  • Lymphadenopathie:
    • Lymphome, EBV, CMV, HIV, Toxoplasmose, rheumatologische Systemerkrankungen, Metastasen

Erreger

Urethraler bzw. vaginaler Ausfluss

Zu den wichtigsten Erregern einer Urethritis beziehungsweise Zervizitis gehören neben Chlamydia trachomatis, Neisseria gonorrhoea, Mykoplasma genitalium auch Trichomonas vaginalis und das Herpes-simplex-Virus[15].

  • Chlamydia trachomatis ist weltweit einer der häufigsten Erreger sexuell übertragbarer Infektionen. Das obligat intrazellulär lebende gramnegative Bakterium verursacht je nach Serotyp unterschiedliche Erkrankungen: die Serotypen D-K verursachen urogenitale Infektionen, im Sinne einer Zervizitis oder Urethritis, L1-L3 sind für das Lymphogranuloma venereum verantwortlich. Die Infektionen verlaufen bei 80% der Frauen und 50% der Männer asymptomatisch und bleiben häufig unerkannt. Koinfektionen mit Gonokokken treten bei 15% der infizierten Männer auf[16].[17]
  • Neisseria gonorrhoeae ist der Erreger der Gonorrhoe („Tripper“), für dessen Übertragung ein direkter Schleimhautkontakt (Geschlechtsverkehr, Geburt) erforderlich ist. Die gramnegativen Diplokokken replizieren bevorzugt in den Epithelien von Urethra, Zervix, Rektum, Pharynx und Konjunktiven und rufen eitrige Schleimhautinfektion hervor.
  • Mykoplasma genitalium ist ein häufiger fakultativ pathogener Erreger nicht-gonorrhoischer Urethritiden beim Mann und Proktitiden bei MSM sowie seltener von Zervizitiden bei der Frau. Die langsam wachsenden, zellwandlosen Bakterien gehören zur Klasse der Mollicutes ... zu denen auch Mykoplasma hominis, Ureaplasma urealyticum und Ureaplasma parvum gezählt werden. Die Letzteren sind häufige Besiedler der Schleimhäute und spielen im Kontext sexuell übertragbarer Erkrankungen eine untergeordnete Rolle; auch bei mikrobiologischem Nachweis sollten beschwerdefreie Patient:innen keine antibiotische Therapie erhalten[18][19][20]
  • Eine Infektion mit Trichomonas vaginalis ist in der Regel asymptomatisch und kann über Jahre persistieren. Bei Frauen kommt es zu gelb-grünem vaginalen Ausfluss, während Männer sehr selten über Symptome einer Urethritis, gelegentlich auch Epididymitis oder Prostatitis klagen.
Ulzerierende Läsionen
  • Die lebenslang persistierenden Herpes simplex-Viren (HSV) gehören zu den häufigsten Erregern von Ulzerationen im Genital- bzw. des Analbereich. HSV-2 ist in 80% der Fälle Verursacher der in der Regel schmerzhaften Läsionen, wobei es gehäuft bei Frauen, MSM und Menschen mit Immunsuppression auftritt. In den letzten Jahren kam speziell bei jungen Menschen aufgrund der abnehmenden Prävalenz schützender Antikörper zu einer steigenden Zahl genitaler Infektionen mit HSV-1[21].
  • Treponema pallidum ist der Erreger der venerischen Syphilis. Das gramnegative Bakterium aus der Familie der Spirochaetacea ist für den Menschen obligat pathogen. Die Übertragung erfolgt am häufigsten über sexuelle Kontakte; praktisch bedeutsam ist noch die diaplazentare Übertragung von der infizierten Mutter auf das ungeborene Kind.
  • Das durch Serotypen L1-L3 von Chlamydia trachomatis verursachte Lymphogranuloma venereum (Durand-Nicolas-Favre-Krankheit) ist durch oberflächliche Geschwüre am Infektionsort sowie schwere Proktitiden gekennzeichnet.
Häufige STI-Erreger und Ihre klinischen Manifestationen auf einen Blick
Ulzerationen im Genital- u. Analbereich
  • Herpes simplex Typ 1 und 2
  • Treponema pallidum
  • Chlamydia trachomatis L1-3
Urethraler oder vaginaler Ausfluss,

Zervizitis

  • Chlamydia trachomatis D-K
  • Neisseria gonorrhoea
  • Mycoplasma genitalium
  • Trichomonas vaginalis
  • Gardnerella vaginalis
  • Herpes simplex Typ 1 und 2
Prostatitis, Epididymitis
  • Chlamydia trachomatis D-K
  • Neisseria gonorrhoea
  • Trichomonas vaginalis
Proktitis
  • Chlamydia trachomatis L1-3
  • Neisseria gonorrhoea
  • Mykolasma genitalium

Therapie

Empirische Therapie

Therapie/Empirische Therapie bearbeiten
Herpes simplex Typ 1 und 2
Klinische Situation Präferenz Substanz Dosierung Dauer Anpassung Kommentar
Primärinfektion Aciclovir 3-4x 400mg oder 5x 200mg p.o. 5-7 Tage
Valaciclovir 2x 500mg p.o. 7-10 Tage
Famciclovir 3x 250mg p.o. 7-10 Tage
Reaktivierung Aciclovir 3-4x 400mg oder 5x 200mg p.o. 5-7 Tage
3x 800mg p.o. 2 Tage
Valaciclovir 2x 500mg p.o. 3-5 Tage
1x1g p.o. 5 Tage
Famciclovir 2x 125mg 5 Tage
Schwangere Primärinfektion Therapie der 1. Wahl Aciclovir 5x 200mg p.o. 10 Tage CAVE: Aciclovir ist in der SS nicht zugelassen. Die Gabe vor der 14. SSW sollte vermieden werden.
Schwangere Reaktivierung Therapie der 1. Wahl Aciclovir 3x 400mg p.o. 10 Tage CAVE: Aciclovir ist in der SS nicht zugelassen. Die Gabe vor der 14. SSW sollte vermieden werden.
Dauertherapie (bis 6 Monate) Aciclovir 2x 400mg p.o.
Famciclovir 2x 250mg p.o.
Valaciclovir 1x 500mg p.o.
Gonorrhoe (Neisseria gonorrhoea)

nach [22][23][24]

Klinische Situation Präferenz Substanz Dosierung Dauer Anpassung Kommentar
Urogenital, Pharynx, Rektum Empirisch bei nicht auszuschliessender Begleitinfektion Ceftriaxon

+

Azithromycin

1-2g i.v. oder i.m.

+

1,5g oral

1 Tag
nach Anschluss einer Begleitinfektion Ceftriaxon 1-2g i.v. oder i.m. 1 Tag
Alternativen bei nachgewiesener Empfindlichkeit (Kultur) Azithromycin

+

Cefixim

2g p.o.

+

800mg p.o.

1 Tag
Bei Ausschließlich pharyngealem Befall Azithromycin 1,5g p.o. 1 Tag
Schwangerschaft Therapie der 1. Wahl Ceftriaxon 1g i.v. oder i.m. 1 Tag
Nur bei Kontraindikation gegen Ceftriaxon und nachgewiesener Empfindlichkeit Azithromycin 2g p.o. 1 Tag
Kinder Bis 45kg KG Ceftriaxon 20-50mg/kg KG i.v. oder i.m. 1 Tag
Disseminierte Gonokokkeninfektion Therapie der 1. Wahl Ceftriaxon

+ Azithromycin

2g i.v. oder i.m.

+

1,5g p.o.

alle 24 Stunden 7 Tage

+

Tag 1

Mollicutes

nach [25][26]

Klinische Situation Präferenz Substanz Dosierrung Dauer Anpassung Kommentar
Mykoplasma genitalium (Urethritis) Azithromycin 1g, dann 500mg Tag 1 1g,

Tag 2-5 500mg p.o.

Azithromycin + Doxycyclin Azithromycin 1,5-2g + Doxycyclin 2x 100mg Azithromycin Tag 1 p.o.+ Doxycyclin 7 Tage p.o.
bei Azithromycinresistenz.


Moxifloxacin

400mg 7-10 Tage p.o.
Mykoplasma hominis nur bei Symptomen und ausschließlichem Erregernachweis. Metronidazol 2x 500mg 7 Tage p.o.
2g Tag 1 p.o.
Ureaplasma urealyticum Doxycyclin 2x100mg 7 Tage p.o.
Alternativ. Clarithromycin 2x500mg p.o. für 5d p.o.
Ureaplasma parvum Doxycyclin
200mg
Tag 1 p.o,
Clarithromycin 2x500mg für 5d p.o.
Trichomonas vaginalis
Klinische Situation
Präferenz Substanz Dosierung Dauer Anpassung Kommentar
Allgemein Metronidazol 2x 500mg 7 Tage p.o.
2g Tag 1 p.o. Tag 1 p.o.
Syhpilis (Treponema pallidum)

nach [27]

Klinische Situation Präferenz Substanz Dosierung Dauer Anpassung Kommentar
Frühsyphilis (< 1 Jahr)
Benzathin-Penicillin G 2,4 Mio. IE i.m.

(jeweils 1,2 Mio. IE glutetal links/rechts)

bei Penicillinallergie: Ceftriaxon + Doxycyclin Ceftriaxon 1x 2g i.v. + Doxycyclin 2x 100mg Ceftriaxon 10 Tage i.v. + Doxycyclin 14 Tage p.o.
Erythromycin 4x 0,5g 14 Tage p.o.
Spätsyphilis (> 1 Jahr) oder unbekannter Infektionszeitpunkt



Benzathin-Penicillin G

2,4 Mio. IE Tag 1,8,15 i.m.

(jeweils 1,2 Mio. IE glutetal links/rechts)

Bei der Therapie der Syphilis kann es durch den Zerfall von Erregern nach dem Start der AB-Therapie in den ersten 48 h zu einer sog. Jarisch-Herxheimer-Reaktion kommen. Freigesetzte Endotoxine können Schüttelfrost, Fieber, Exantheme, Gelenkschwellungen etc. machen. Um die Reaktion zu verhindern bzw. die Symptome zu minimieren, sollte einmalig vor der Gabe der ERSTEN Antibiotikadosis ab Stadium II (Spätsyphilis) PREDNISOLON 1 mg/kgKG p.o. verabreicht werden.
bei Penicillinallergie: Ceftriaxon 1x 2g 10-14 Tage i.v.
Doxycyclin 2x 100mg 28 Tage p.o.

Erythromycin

4x 0,5g Tag 28 Tage p.o.
Neurosyphilis
Benzylpenicillin G i.v. 5 Mio IE 5x tgl. ³ 14 Tage
6 Mio IE 4x tgl. ³
10 Mio IE 3x tgl. ³
bei Penicillinallergie: Ceftriaxon 2g i.v. 14 Tage i.v.
Doxycyclin 200mg 28 Tage p.o.
Kinder


Benzathin-Penicillin G


CAVE: kein Doxycyclin unter 8 Jahren

50.000 IE/kg KG i.m. Therapie wie bei Erwachsenen
Schwangere


Doxycyclin ab 16. SSW kontraindiziert

Therapie wie bei Nicht-Schwangeren
Chlamydia trachomatis

nach [28]

Klinische Situation Präferenz Substanz Dosierung Dauer Anpassung Kommentar
Urogenital, Pharynx, Rektum Doxycyclin 2x 100mg 7 Tage p.o.
Alternativ nach Ausschluss Serotyp L1-3 bei Proktitis: Azithromycin 1,5g Tag 1 p.o.
bei synchroner Infektion mit Gonokokken: Ceftriaxon

+ Azithromycin

Ceftriaxon 1-2g + Azithromycin 1,5g Ceftriaxon Tag 1 i.v. oder i.m.

+ Azithromycin Tag 1 p.o

Lymphogranuloma venereum (Serotyp L1-L3) Doxycyclin 2x 100mg


21 Tage p.o.

Alternativ: Azithromycin 1,5g Tag 1,8,15 p.o.
Erythromycin 4x 500mg 21 Tage p.o.
Prostatitis Doxycyclin 2x 100mg 7 Tage p.o.
Alternativ: Levofloxacin 1x 500mg 7 Tage p.o.
Epididymitis Doxycyclin 2x 100mg Tage p.o.
Alternativ: Levofloxacin 1x 500mg 7 Tage p.o.
Konjunktivitis Doxycyclin 2x 100mg 7 Tage p.o.
Azithromycin 1,5g Tag 1 p.o.
Schwangerschaft Azithromycin 1,5g Tag 1 p.o.
Doxycyclin ab 16. SSW kontraindiziert
Alternativ: Erythromycin 500mg 4x tgl. oral 7 Tage
Kinder Kinder < 45kg KG: Erythromycin 10mg/kg KG 4x tgl. 14 Tage p.o.
Kinder ab 8 Jahren > 45kg KG: Doxycyclin 200mg Tag 1, 100mg Tag 2-7 Tag1, Tag 2-7

Prophylaxe und Prävention

Prophylaxe und Prävention bearbeiten

Neben einer HIV PräExpositionsprophylaxe (PrEP) für Menschen mit Risikogruppenzugehörigkeit wird für STIs keine Prophylaxe empfohlen.

Weiterführende Literatur und Hilfestellungen

Weiterführende Literatur und Hilfestellungen bearbeiten

DSTIG: STI-Leitfaden Version 3.0 – aktualisierte Fassung 2019/2020

DSTIG: AWMF S2k Leitlinie: Sexuell übertragbare Infektionen (STI) – Beratung, Diagnostik und Therapie. (2018). Registernummer 059 – 006. Online at: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/059-006l_S2k_Sexuell-uebertragbare-Infektionen-Beratung-Diagnostik-Therapie-STI_2019-09.pdf

Quellen

1.    Kent CK, Chaw JK, Wong W, et al.: Prevalence of rectal, urethral, and pharyngeal chlamydia and gonorrhea detected in 2 clinical settings among men who have sex with men: San Francisco, California, 2003. Clin Infect Dis 2005; 41: 6

2.    WHO. Global health sector strategy on sexual transmitted infections 2016–2021. Towards Ending STIs – WHO. 2016. http://apps.who.int/iris/bitstream/10665/246296/1/WHO-RHR-16.09-eng.pdf.

3.   RKI, Epidemiologisches Bulletin 3/10; 20-27.

4.    Bremer, V., Dudareva-Vizule, S., Buder, S., an der Heiden, M., & Jansen, K. (2017). Sexuell übertragbare Infektionen in Deutschland: Die aktuelle epidemiologische Lage. Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz, 60(9), 948–957. https://doi.org/10.1007/s00103-017-2590-1

5.   Jansen, K., Steffen, G., Potthoff, A., Schuppe, A. K., Beer, D., Jessen, H., … Trein, A. (2020). STI in times of PrEP: High prevalence of chlamydia, gonorrhea, and mycoplasma at different anatomic sites in men who have sex with men in Germany. BMC Infectious Diseases, 20(1). https://doi.org/10.1186/s12879-020-4831-4

6.   Deutsche STI Gesellschaft. Sexuell übertragbare Infektionen (STI) – Beratung, Diagnostik und Therapie. (2018). AWMF S2k Leitlinie Registernummer 059 – 006. Online at: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/059-006l_S2k_Sexuell-uebertragbare-Infektionen-Beratung-Diagnostik-Therapie-STI_2019-09.pdf

7.   Wagenlehner, F.M.E., et al., Klinik, Diagnostik und Therapie sexuell übertragbarer Infektionen. Dtsch Arztebl Int 2016; 113:11-22.

8.   059/005 S2k-Leitlinie: Infektionen mit Chlamydia trachomatis, Stand 08/2016.

9.   Horner, P.J., et al., Mycoplasma genitalium Infection in Men. JID, 2017. 216 (Suppl 2): p. 396-405.

10.  Jensen, J.S., et al., European guideline on Mycoplasma genitalium infections. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology. 2016;30: p1650-56.

11. Rasokat, H., et al., Mykoplasmen - testen und therapieren? HIV & more, Ausgabe 1/2019.

12. Solomon, C.G., et al., Genital Herpes. N Engl J Med, 2016. 375;(7): p.666-74.

13. 059/004 S2k-Leitlinie: Diagnostik und Therapie der Gonorrhoe, Stand 12/2018

14. Buder, S.et al., Antimicrobial resistance of Neisseria gonorrhoea in Germany: low levels of cephalosporin resistance, but high azithromycin resistance, BMC Infectious Diseases. 2018 (18); 44.

15. Day, M.J., et al., Stably high azithromycin resistance and decreasing ceftriaxon susceptibility in Neisseria gonorrhoeae in 25 European countries, 2016. BMC Infectious Diseases. 2018 (18); 609.

16.  RKI-Ratgeber Syphilis (2003). Available online at: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Syphilis.html#doc2382636bodyText8

17.  Sethi S, Zaman K, Jain N. Mycoplasma genitalium infections: current treatment options and resistance issues. Infect Drug Resist. 2017;10:283-292

https://doi.org/10.2147/IDR.S105469

18.  Meystre-Agustoni G, et al. Talking about sexuality with the physician: are patients receiving what they wish? Swiss Med Wkly. 2011 Mar 8;141

19. Huang C, Zhu HL, Xu KR, Wang SY, Fan LQ, Zhu WB. Mycoplasma and ureaplasma infection and male infertility: a systematic review and meta-analysis. Andrology. 2015 Sep;3(5):809-16. doi: 10.1111/andr.12078. PMID: 26311339.


Einzelnachweise

  1. Kent CK, Chaw JK, Wong W, et al. Prevalence of rectal, urethral, and pharyngeal chlamydia and gonorrhea detected in 2 clinical settings among men who have sex with men: San Francisco, California, 2003. Clin Infect Dis. 2005;41(1):67-74. doi:10.1086/430704
  2. WHO | Global health sector strategy on Sexually Transmitted Infections, 2016-2021. WHO. Accessed June 17, 2021. http://www.who.int/reproductivehealth/publications/rtis/ghss-stis/en/
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