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DGI:Infektionsprävention/Prävention beatmungsassoziierter und nicht-beatmungsassoziierter Pneumonien (VAP / NV-HAP)/Abstract: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Infektiopedia
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| '''Aseptisches Vorgehen beim Absaugen'''|| Händedesinfektion, sterile Handschuhe, Mund-Nasen-Schutz; Absaugen nur bei Bedarf || NIEDRIG
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|+ Tab. 6. Lagerung und Sekretmanagement
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! Hygienetipps !! Überschrift !! Evidenz
! Hygienetipps !! Hinweise/ Empfehlungen !! Evidenz
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| '''Oberkörperhochlagerung ≥ 30-40°''' || bei allen gefährdeten Patient:innen || MÄSSIG
| '''Oberkörperhochlagerung ≥ 30-40°''' || bei allen gefährdeten Patient:innen || MÄSSIG
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|+ Tab. 7. Mund- und Rachenpflege
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| '''Mechanische Mundhygiene ist zentral''' ||  
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| '''Aufrechte Position''' || beim Essen und '''≥ 30 Minuten danach''' || MÄSSIG
| '''Aufrechte Position''' || beim Essen und '''≥ 30 Minuten danach''' || MÄSSIG
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|+ Tab. 9. Präoperative und rehabilitative Atemtherapie
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| '''Präoperative Physiotherapie''' (Aufklärung+Atemübungen) || senkt postoperative Pneumonien (z.B. LIPPSMAck-POP RCT, BMJ 2018). || MODERAT
| '''Präoperative Physiotherapie''' (Aufklärung+Atemübungen) || senkt postoperative Pneumonien (z.B. LIPPSMAck-POP RCT, BMJ 2018). || MODERAT
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|+ Tab. 10. Impfungen und Lebensstil
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| '''Impfungen prüfen''' || Influenza, SARS-CoV-2, Pneumokokken gemäß STIKO/ ACIP. || HOCH
| '''Impfungen prüfen''' || Influenza, SARS-CoV-2, Pneumokokken gemäß STIKO/ ACIP. || HOCH

Aktuelle Version vom 2. Oktober 2026, 10:44 Uhr

Beatmungsassoziierte und nicht-beatmungsassoziierte Pneumonien sind relevante, häufig vermeidbare Komplikationen im Krankenhaus. Die Prävention beruht auf einem multimodalen Bündel aus konsequenter Mund- und Rachenpflege, Aspirationsschutz, Oberkörperhochlagerung, frühzeitiger Mobilisation, aseptischem Atemwegsmanagement, kurzer Beatmungsdauer sowie gezielter Atemtherapie. Für Normal- und IMC-Stationen stehen insbesondere strukturierte Mundpflege, Dysphagie-Screening und Mobilisationsprotokolle im Vordergrund. Entscheidend ist die standardisierte, interprofessionelle Umsetzung evidenzbasierter Maßnahmen zur Reduktion von Pneumonieinzidenz, Beatmungsdauer und Liegezeit.


Ziel: Vermeidung mikrobieller Aspirationen, Reduktion oropharyngealer Erregerlast, Förderung der Lungenfunktion und Mobilität, Verkürzung der Beatmungs- bzw. Liegedauer.

Grundprinzipien

Tab. 4. Grundprinzipien
Hygienetipps Hinweise/ Empfehlungen Evidenz
Prävention der Intubation Bei Hypoxämie frühzeitig NIV/ CPAP/ HFNO oder Atemtherapie erwägen MODERAT
Tiefe Sedierung vermeiden Leichte Sedierung fördert Spontanatmung und Frühmobilisation MÄSSIG
Beatmungsdauer so kurz wie möglich halten. Frühzeitige Extubation, konsequentes Weaning und Mobilisierung des Pneumonierisiko MÄSSIG


Aseptik und Atemwegsmanagement

Tab. 5. Aseptik und Atemwegsmanagement
Hygienetipps Hinweise/ Empfehlungen Evidenz
Aseptisches Vorgehen beim Absaugen Händedesinfektion, sterile Handschuhe, Mund-Nasen-Schutz; Absaugen nur bei Bedarf NIEDRIG
Endotrachealtuben mit subglottischer Sekretabsaugung reduzieren VAP-Raten signifikant. Logistische Umsetzung und Handling schwierig. NIEDRIG
Cuff-Druck 20-30 cm H2O Vermeidung von Mikroaspiration NIEDRIG


Lagerung und Sekretmanagement

Tab. 6. Lagerung und Sekretmanagement
Hygienetipps Hinweise/ Empfehlungen Evidenz
Oberkörperhochlagerung ≥ 30-40° bei allen gefährdeten Patient:innen MÄSSIG
Orale/ pharyngeale Sekretabsaugung bei starker Sekretbildung NIEDRIG
Frühmobilisation ab Tag 1. passive und aktive Mobilisiation reduziert Pneumonien und Hospitalisationsdauer MODERAT


Mund- und Rachenpflege

Tab. 7. Mund- und Rachenpflege
Hygienetipps Hinweise/ Empfehlungen Evidenz
Mechanische Mundhygiene ist zentral
  • Mind. 2x täglich Zähne putzen (Zahnbürste + Zahnpasta)
  • Zahnprotesen reinigen und trocken lagern
  • Mundtrockenheit vermeiden (Befeuchtung mit steriler NaCl-Lösung oder feuchten Tüchern
MODERAT
Antiseptische Zusätze (z.B.Chlorhexidin 0,12-0,2 %) nur in Ausnahmefällen
  • Früher häufig empfohlen, aktuelle Daten zeigen jedoch keinen klaren Nutzen und potentielle Risiken (Mortalitätssignal, Schleimhautläsionen).
  • Schwerpunkt sollte auf konsequenter mechanischer Reinigung liegen.
NIEDRIG/ uneinheitlich


Ernährung und Aspirationsprophylaxe

Tab. 8. Ernährung und Aspirationsprophylaxe
Hygienetipps Hinweise/ Empfehlungen Evidenz
Aufrechte Position beim Essen und ≥ 30 Minuten danach MÄSSIG
Dysphagie-Screening bei neurologischen oder geriatrischen Patient:innen, ggf. logopädische Therapie. MÄSSIG
Korrekte Magensondenlage, geringe Fullstände Verhinderung der Aspiration NIEDRIG


Präoperative und rehabilitative Atemtherapie

Tab. 9. Präoperative und rehabilitative Atemtherapie
Hygienetipps Hinweise/ Empfehlungen Evidenz
Präoperative Physiotherapie (Aufklärung+Atemübungen) senkt postoperative Pneumonien (z.B. LIPPSMAck-POP RCT, BMJ 2018). MODERAT
Inspiratory Muscle Training (IMT) über 2-4 Wochen präoperativ (30% MIP, 5-7 Tage/Woche) reduziert Pneumonien und Hospitalisierungszeit. MODERAT
Atemübungen postoperativ (PEP-Geräte, Incentive Spirometer, Hustentraining) fördern Clearance und Belüftung. -


Impfungen und Lebensstil

Tab. 10. Impfungen und Lebensstil
Hygienetipps Hinweise/ Empfehlungen Evidenz
Impfungen prüfen Influenza, SARS-CoV-2, Pneumokokken gemäß STIKO/ ACIP. HOCH
Raucherentwöhnung und Alkoholkarenz reduzieren das Pneumonierisiko signifikant. MODERAT


NVV-HAP-Bündel (für Normal-/IMC-Stationen)

  • Kombination von:
    • strukturierter Mundpflege,
    • Mobilisationsprotokoll,
    • Ess-Positions-Check,
    • Dysphagie-Screening,
    • Atemtherapie/ Hustenförderung;
    • Impf- und Lifestyle-Beratung.

→ Evidenz: HOCH - Implementierungsstudien zeigen konsistente Reduktionen der NV-HAP-Inzidenz.

Kernaussage

Pneumonien im Krankenhaus - ob beatmungsassoziiert oder nicht - sind häufig vermeidbar.
Entscheidend sind:

  • Mundpflege → Mobilisation → Aspirationsschutz,
  • ergänzt durch gezielte Atemtherapie und Impfungen.

Antiseptische Zusatzmaßnahmen wie Chlorhexidin sind nicht mehr Standard, sondern nur bei spezieller Indikation vertretbar.