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DGI:ZNS-Infektionen/Virale Meningitis/Enzephalitis/Klinisches Bild/Epidemiologie: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Infektiopedia
Kristina.jozic (Diskussion | Beiträge)
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Engelhardm (Diskussion | Beiträge)
 
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Aktuelle Version vom 15. Oktober 2026, 11:14 Uhr

  • Inzidenz viraler Enzephalitiden liegt zwischen 3,5 bis 7,5 Fällen pro 100.000 Einwohnern
  • höchste Inzidenz bei jüngeren und älteren Menschen
  • aktive Impfungen haben zum Rückgang bestimmter viraler Enzephalitiden geführt (z.B. Mumpsimpfung 1980)
  • bei Immunsupprimierten (AIDS-, Transplantations- oder Chemotherapiepatienten) liegen bestimmte Virus-Inzidenzen höher (z.B. EBV, CMV)
  • wichtige epidemiologische Faktoren sind Jahreszeit, Geographie und Exposition gegenüber Tieren/Insekten
Tab. 1. Übersicht der verschiedenen Erreger und spezifischen Besonderheiten.
Erreger/Gruppe Epidemiologische Bedeutung in Deutschland/Europa Risikogruppen/Saison/Region Literatur
HSV-1 Wichtigste sporadische, behandelbare virale Enzephalitis bei Erwachsenen; geschätzte Inzidenz der HSV-Enzephalitis ca. 1-3/Million/Jahr. Alle Altersgruppen; schwerer Verlauf häufiger bei älteren Patienten; keine klare Saison. Beispiel
HSV-2 Häufiger Ursache viraler Meningitis als klassischer Enzephalitis; relevant bei Neonaten, Immunsuppression und rezidivierender lymphozytärer Meningitis. Neonaten; immunsupprimierte Patienten; Erwachsene mit genitaler HSV-2-Infektion. Beispiel
VZV Eine der wichtigsten Herpesvirus-Ursachen von ZNS-Infektionen in Europa; neben Enzephalitis auch Meningitis, Myelitis, Hirnnervenbeteiligung und Vaskulopathie. Ältere Patienten, Immunsuppression, Zoster-Anamnese; Auftreten auch ohne Exanthem möglich. Beispiel
Enteroviren Häufige Ursache viraler Meningitis/Meningoenzephalitis, besonders bei Kindern und jungen Erwachsenen; in deutschen/europäischen Serien häufig nachgewiesen. Sommer/Herbst; Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene; Ausbrüche möglich. Beispiel
FSME-Virus Zentrale regionale, impfpräventable Enzephalitis in Deutschland/Mitteleuropa; RKI weist Risikogebiete v.a. in Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen, Südost-Thüringen sowie weiteren Regionen aus; Ausweitung nach Norden/Osten wird beobachtet. Zeckenexposition; Frühling bis Herbst, zunehmend längere Saison; schwere Verläufe häufiger bei älteren Erwachsenen. Beispiel
West-Nil-Virus Zunehmend relevante Arbovirose in Europa; autochthone Infektionen in Deutschland seit 2019 beschrieben; ECDC berichtet für 2025 lokale Fälle aus mehreren europäischen Ländern, einschließlich Deutschland. Mückensaison Sommer/Herbst; höheres Risiko neuroinvasiver Erkrankung bei Alter und Immunsuppression. Beispiel
EBV/ CMV/ HHV-6 Insgesamt seltener als HSV/VZV/Enteroviren, aber klinisch wichtig bei Immunsuppression; CMV und HHV-6 v.a. bei HIV, Transplantation oder hämatologischen Erkrankungen. Immunsuppression, Transplantation, HIV, Chemotherapie/Biologika. Beispiel
Masern/ Mumps/ Röteln Bei hoher Impfquote selten, aber bei Impflücken/Ausbrüchen weiterhin relevant; Masern können akute Enzephalitis, ADEM, MIBE und SSPE verursachen. Ungeimpfte, Immunsupprimierte, Ausbrüche, Reise-/Migrationsexposition. Beispiel
Tollwut/ Lyssaviren In Deutschland extrem selten, aber wegen nahezu 100% Letalität nach Symptombeginn immer wichtig bei passender Reise-, Tierbiss- oder Fledermausanamnese. Tierbiss, Fledermauskontakt, Reisen in Endemiegebiete. Beispiel