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DGI:Opportunistische Infektionen/Kryptokokkose/Diagnostik/Diagnostische Schritte: Unterschied zwischen den Versionen

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=== Diagnostische Schritte ===
 
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!Maßnahme
!Indikation
!Kommentar
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|Liquorpunktion  (LP)
|Erforderlich  in Abhängigkeit von Klinik und Diagnostik zur Abklärung einer Kryptokokken-meningitis
|Eine  LP sollte durchgeführt werden bei:
1) ZNS- Symptomen
 
2) bei allen Patient:innen  mit positivem Serum CrAg +/- positiver Fungämie (Blutkultur) +/- positiven Biopsien.
 
Unabhängig vom Liquorbefund sollte immer eine CrAg-Bestimmung, ein Tuschepräparat  und eine kulturelle Anzucht erfolgen, da eine Zellzahlerhöhung im Liquor bei entsprechender  Immunsuppression auch fehlen kann<ref>Shaunak S, Schell WA, Perfect JR. Cryptococcal meningitis with normal cerebrospinal fluid. J Infect Dis. 1989;160(5):912.</ref>. Eine lymphozytäre Pleozytose mit einem erhöhten  Eiweiß und einer erniedrigten Glukose ist ein typischer Liquorbefund einer KM.
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|Kryptokokken-Antigen  CrAg
|Immer  erforderlich (Screeningtest) aus Serum bei schwerer Immunsuppression (HIV CD4  < 200/µl)<ref>Ford N, Shubber Z, Jarvis JN, et al. CD4 Cell Count Threshold for Cryptococcal Antigen Screening of HIV-Infected Individuals: A Systematic Review and Meta-analysis. Clin Infect Dis. 2018;66(suppl_2):S152-S159.</ref>
|Das  CrAg weist in der Regel eine sehr hohe Sensitivität und Spezifität auf. Ein  negatives Serum CrAg schließt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Kryptokokkeninfektion  aus<ref>Nelson M, Dockrell D, Edwards S, et al. British HIV Association and British Infection Association guidelines for the treatment of opportunistic infection in HIV-seropositive individuals 2011. HIV Med. 2011;12 Suppl 2:1-140.</ref>. Die Höhe des Serum CrAg-Titers korreliert mit der Erregerlast / Erkrankungsschwere und der Wahrscheinlichkeit für eine ZNS-Infektion<ref>Chen J, Zhang R, Shen Y, et al. Serum cryptococcal antigen titre as a diagnostic tool and a predictor of mortality in HIV-infected patients with cryptococcal meningitis. HIV Med. 2019;20(1):69-73.</ref>.
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|Kultur
|Immer  erforderlich
|Eine  Kultur aus Blut / Liquor / Biopsie sollte immer durchgeführt werden  (Goldstandard).
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|cMRT/cCT/CT-Thorax/Abdomen
|Erforderlich  in Abhängigkeit von Klinik und Diagnostik
|Eine  (cerebrale) Bildgebung sollte durchgeführt werden bei:
1) (fokal)  neurologischer Symptomatik
 
2) positivem Serum CrAg.
 
Insbesondere bei einem  positivem CrAg ohne Meningitisnachweis sollte eine komplette Bildgebung des Körpers durchgeführt werden, um Kryptokokkome auszuschließen<ref>Nelson M, Dockrell D, Edwards S, et al. British HIV Association and British Infection Association guidelines for the treatment of opportunistic infection in HIV-seropositive individuals 2011. HIV Med. 2011;12 Suppl 2:1-140.</ref>.
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|Bronchoalveoläre  Lavage'''<span style="color: #202124"> (</span>'''BAL)
|Ggf.  erforderlich in Abhängigkeit von Klinik und Diagnostik
|Bei  Nachweis von Infiltraten sollte eine BAL mit einer kulturellen Anlage auf  Kryptokokken durchgeführt werden.
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Aktuelle Version vom 22. Juni 2026, 07:16 Uhr

Maßnahme Indikation Kommentar
Liquorpunktion (LP) Erforderlich in Abhängigkeit von Klinik und Diagnostik zur Abklärung einer Kryptokokken-meningitis Eine LP sollte durchgeführt werden bei:

1) ZNS- Symptomen

2) bei allen Patient:innen mit positivem Serum CrAg +/- positiver Fungämie (Blutkultur) +/- positiven Biopsien.

Unabhängig vom Liquorbefund sollte immer eine CrAg-Bestimmung, ein Tuschepräparat und eine kulturelle Anzucht erfolgen, da eine Zellzahlerhöhung im Liquor bei entsprechender Immunsuppression auch fehlen kann[1]. Eine lymphozytäre Pleozytose mit einem erhöhten Eiweiß und einer erniedrigten Glukose ist ein typischer Liquorbefund einer KM.

Kryptokokken-Antigen CrAg Immer erforderlich (Screeningtest) aus Serum bei schwerer Immunsuppression (HIV CD4 < 200/µl)[2] Das CrAg weist in der Regel eine sehr hohe Sensitivität und Spezifität auf. Ein negatives Serum CrAg schließt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Kryptokokkeninfektion aus[3]. Die Höhe des Serum CrAg-Titers korreliert mit der Erregerlast / Erkrankungsschwere und der Wahrscheinlichkeit für eine ZNS-Infektion[4].
Kultur Immer erforderlich Eine Kultur aus Blut / Liquor / Biopsie sollte immer durchgeführt werden (Goldstandard).
cMRT/cCT/CT-Thorax/Abdomen Erforderlich in Abhängigkeit von Klinik und Diagnostik Eine (cerebrale) Bildgebung sollte durchgeführt werden bei:

1) (fokal) neurologischer Symptomatik

2) positivem Serum CrAg.

Insbesondere bei einem positivem CrAg ohne Meningitisnachweis sollte eine komplette Bildgebung des Körpers durchgeführt werden, um Kryptokokkome auszuschließen[5].

Bronchoalveoläre Lavage (BAL) Ggf. erforderlich in Abhängigkeit von Klinik und Diagnostik Bei Nachweis von Infiltraten sollte eine BAL mit einer kulturellen Anlage auf Kryptokokken durchgeführt werden.
  1. ↑ Shaunak S, Schell WA, Perfect JR. Cryptococcal meningitis with normal cerebrospinal fluid. J Infect Dis. 1989;160(5):912.
  2. ↑ Ford N, Shubber Z, Jarvis JN, et al. CD4 Cell Count Threshold for Cryptococcal Antigen Screening of HIV-Infected Individuals: A Systematic Review and Meta-analysis. Clin Infect Dis. 2018;66(suppl_2):S152-S159.
  3. ↑ Nelson M, Dockrell D, Edwards S, et al. British HIV Association and British Infection Association guidelines for the treatment of opportunistic infection in HIV-seropositive individuals 2011. HIV Med. 2011;12 Suppl 2:1-140.
  4. ↑ Chen J, Zhang R, Shen Y, et al. Serum cryptococcal antigen titre as a diagnostic tool and a predictor of mortality in HIV-infected patients with cryptococcal meningitis. HIV Med. 2019;20(1):69-73.
  5. ↑ Nelson M, Dockrell D, Edwards S, et al. British HIV Association and British Infection Association guidelines for the treatment of opportunistic infection in HIV-seropositive individuals 2011. HIV Med. 2011;12 Suppl 2:1-140.