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DGI:ZNS-Infektionen/Tuberkulose Meningitis/Klinisches Bild: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Infektiopedia
Kristina.jozic (Diskussion | Beiträge)
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===Epidemiologie===
===Epidemiologie===
Die Inzidenz der tuberkulösen Meningitis variiert geographisch, und ist u.a. abhängig von der Altersstruktur sowie der HIV-Prävalenz der Bevölkerung in der entsprechenden Region [1, 2]. In einer 7-Jahresstudie in Deutschland hatten 0.9% der an Tuberkulose (TBC) erkrankten Patienten eine tuberkulöse Meningitis [1]. Dabei kann eine tuberkulöse Meningitis zusammen oder unabhängig von einer pulmonalen TBC oder einer miliaren TBC auftreten. In jedem Fall soll bei einer tuberkulösen Meningitis nach einer begleitenden pulmonalen oder extrapulmonalen bzw. miliaren TBC-Manifestation gesucht werden.
Die Inzidenz der tuberkulösen Meningitis variiert geographisch, und ist u.a. abhängig von der Altersstruktur sowie der HIV-Prävalenz der Bevölkerung in der entsprechenden Region [1, 2]. In einer 7-Jahresstudie in Deutschland hatten 0.9% der an Tuberkulose (TBC) erkrankten Patienten eine tuberkulöse Meningitis [1]. Dabei kann eine tuberkulöse Meningitis zusammen oder unabhängig von einer pulmonalen TBC oder einer miliaren TBC auftreten. In jedem Fall soll bei einer tuberkulösen Meningitis nach einer begleitenden pulmonalen oder extrapulmonalen bzw. miliaren TBC-Manifestation gesucht werden.
===Pathogenese===
Im Bereich der Eintrittspforte ist meist der primäre Replikationsort.
{| class="wikitable"
|+ Tab.2. Primärer Replikationsort der verschiedenen Viren
|-
| Respirationstrakt || Maservirus, Mumpsvirus, Influenzavirus, Varizella Zoster Virus
|-
| Gastrointestinaltrakt || Enteroviren, Adenoviren
|-
| Subkutanes Gewebe || Togaviren (Röteln-Virus), Flaviviren (FSME, Gelbfiebervirus)
|-
| Genitaltrakt || Herpes Simplex Virus
|-
| Neurales Ganglion || Rabiesvirus, Poliovirus, HSV, VZV, HIV
|}
'''Sekundäre Streuung:'''
* hämatogen ins ZNS (Virämie).
* retrograd axonal entlang peripher Nerven/Hirnnerven ins ZNS: Rabiesvirus, HSV, VZV.

Version vom 10. September 2026, 10:40 Uhr

Klinische Situationen

Zu Beginn dominieren die typischen Symptome einer Meningitis wie Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie Nackensteifigkeit, allerdings in der Regel weniger dynamisch als bei der bakteriellen Meningitis, z.B. durch S. pneumoniae. Wenn die Infektion unbehandelt bleibt, entwickeln sich zusätzlich Bewusstseinseintrübung sowie neurologische Ausfälle, insbesondere der Hirnnerven (basale Meningitis!) [1][2][3][4].

Die größten Risikofaktoren sind ein Alter < 1 Jahr sowie eine HIV-Co-Infektion.

Eine Komplikation der Tuberkulose-Infektion ist das IRIS (inflammatorisches Immunrekonstitutionssyndom), welches v.a. bei einer Co-Infektion mit HIV auftritt. In einer prospektiven südafrikanischen Studie trat ein IRIS bei tuberkulöser Meningitis in 47% auf und war mit einer Mortalität bis zu 30% assoziiert [5].

Epidemiologie

Die Inzidenz der tuberkulösen Meningitis variiert geographisch, und ist u.a. abhängig von der Altersstruktur sowie der HIV-Prävalenz der Bevölkerung in der entsprechenden Region [1, 2]. In einer 7-Jahresstudie in Deutschland hatten 0.9% der an Tuberkulose (TBC) erkrankten Patienten eine tuberkulöse Meningitis [1]. Dabei kann eine tuberkulöse Meningitis zusammen oder unabhängig von einer pulmonalen TBC oder einer miliaren TBC auftreten. In jedem Fall soll bei einer tuberkulösen Meningitis nach einer begleitenden pulmonalen oder extrapulmonalen bzw. miliaren TBC-Manifestation gesucht werden.

  1. ↑ Schaberg T, Bauer T, Brinkmann F, et al. [Tuberculosis Guideline for Adults - Guideline for Diagnosis and Treatment of Tuberculosis including LTBI Testing and Treatment of the German Central Committee (DZK) and the German Respiratory Society (DGP)]. Pneumologie. 2017;71(6):325-397. doi:10.1055/s-0043-105954
  2. ↑ Wilkinson RJ, Rohlwink U, Misra UK, et al. Tuberculous meningitis. Nat Rev Neurol. 2017;13(10):581-598. doi:10.1038/nrneurol.2017.120
  3. ↑ Ducomble T, Tolksdorf K, Karagiannis I, et al. The burden of extrapulmonary and meningitis tuberculosis: an investigation of national surveillance data, Germany, 2002 to 2009. Euro Surveill. 2013;18(12):20436.
  4. ↑ Thwaites G, Fisher M, Hemingway C, et al. British Infection Society guidelines for the diagnosis and treatment of tuberculosis of the central nervous system in adults and children. J Infect. 2009;59(3):167-187. doi:10.1016/j.jinf.2009.06.011
  5. ↑ Wilkinson RJ, Rohlwink U, Misra UK, et al. Tuberculous meningitis. Nat Rev Neurol. 2017;13(10):581-598. doi:10.1038/nrneurol.2017.120