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DGI:ZNS-Infektionen/Tuberkulose Meningitis/Diagnostik

Aus Infektiopedia
Version vom 10. September 2026, 08:14 Uhr von Kristina.jozic (Diskussion | Beiträge)
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Anamnese

  • Chronischer Husten? Gewichtsverlust? B-Symptomatik? (Lungen-TBC!)
  • Reiseanamnese
  • Herkunftsland
  • Frühere Tbc-Diagnose oder Therapie, TBC-Fall im sozialen Umfeld?
  • Risikofaktoren:
    • Malnutrition
    • Immunsuppression
    • Andere Infektionen, v.a. HIV (Bei Erstdiagnose TBC immer HIV Test!)
    • Chronischer Alkoholabusus
Radiologie:
  • CT Schädel, ggf. MRT (Sensitivität des MRT besser als das CT für die Erkennung der basalen Inflammation bei TBC-Meningitis)
  • Röntgen-Thorax
Liquor-Labor:
Tabelle 1: Differentialdiagnostische Liquoranalyse
Normal Virale Meningitis Bakterielle Meningitis Tuberkulöse Meningitis
Aspekt Klar Klar Trüb Klar-trüb
Druck (cm H2O) 5-12 Normal oder (Pfeil nach oben) >20 Normal oder (Pfeil nach oben)
Leukozyten (x 106/l) 1-4 < 1000 Lymphozyten > 1000

(> 70% Neutrophile)

< 1000

(Mono- und Lymphozyten)

Glukose (% des Serumwertes) 50-80% 50-80% < 40% < 40%
Eiweiß (mg/l) 150-500 Normal oder (Pfeil nach oben) >> 500
Laktat (mmol/l) < 1,6 < 1,6 > 3,5 > 1,6
Direktpräparat Negativ Negativ 80% positiv 35% positiv
Mikrobiologie:

Goldstandard ist die Kultur auf Mykobakterien (deutlich sensitiver als Mikroskopie, ist in bis zu 50-70% positiv). Hierfür wird mind. 3 ml nativer (!) Liquor benötigt. Es wird bei den meisten mikrobiologischen Laboratorien nötig sein, diese Probe separat (!) mit einer eigenen Anforderung einzusenden. Unbedingt muss bei V.a. TBC-Meningitis (TBM) zusätzlich zur Kultur eine TBC-PCR aus dem Liquor angefertigt werden. Dies ist bei den meisten mikrobiologischen Labors aus der Probe für die Kultur zusätzlich möglich, muss aber ggf. extra angefordert werden (!). Bis das Kultur-Ergebnis mit der kulturellen Resistenzbestimmung für die Medikamente der Standardtherapie eintrifft, verstreichen meist 6 – 8, Wochen, im Extremfall länger [1-4, 6, 7].

Bei positiver TBC-PCR ist es heutzutage Standard, dass zusätzlich eine molekularbiologische Analyse der Genabschnitte des Isolats in Bezug auf Isoniazid- und Rifampicin-Resistenz angefertigt wird (z.B. Xpert-MTB/RIF). Dies erlaubt eine schnelle Erkennung der für die Therapie wichtigsten Resistenzmechanismen, womit die Therapie angepasst werden kann, lange bevor das kulturelle Resistenzergebnis verfügbar wird [1].

Tab.2. Empfohlene Diagnostik bei tuberkuloser Meningitis
Bereich Empfehlung Kommentar
Bildgebung MRT Schädel mit Kontrastmittel, DWI/ADC, FLAIR, ggf. Gefäßdarstellung. Basale Meningitis, Hydrozephalus, Infarkte und Tuberkulome erfassen.
Liquor Zellzahl, Differenzialzellbild, Eiweiß, Glukose plus Serumglukose, Laktat, Eröffnungsdruck Zellzahl, Differenzialzellbild, Eiweiß, Glukose plus Serumglukose, Laktat, Eröffnungsdruck
Mikrobiologie Ziehl-Neelsen/Auramin, Mykobakterienkultur, Xpert MTB/RIF Ultra, Resistenzdiagnostik Kultur langsam, aber für Resistenztestung essenziell.
Zusatzproben Sputum/BAL, Urin, Lymphknoten, Biopsien, Blutkulturen je nach Kontext Erhöht Diagnosechance und ermöglicht Resistenztestung.
HIV/ Immunsuppression HIV-Test, CD4, Viruslast, Kryptokokken-Antigen bei passender Klinik Wichtig für DD, Prognose und ART-Timing.

Differentialdiagnose

  • Andere bakterielle Meningitiden (Neisseria meningitidis, Streptococcus pneumoniae, Haemophilus influenzae, Listeria monocytogenes, Streptococcus, agalactiae), Neuroborreliose
  • Pilze: Cryptococcus spp.
  • Parasiten: Toxoplasma gondii
  • Nicht-infektiös: Sarkoidose, tumorös (Meningiosis carcinomatosa)