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DGI:ZNS-Infektionen/Tuberkulose Meningitis/Therapie

Aus Infektiopedia
Tabelle 3: First line Medikamente zur Behandlung der Tbc
Klinische Situation Präferenz Substanz Dosierung Dauer Liquor Gängigkeit
Tuberkulöse Meningitis Therapie der Wahl Rifampicin 10 mg/kg KG, max 600 mg 12 Monate 10-20%
Isoniazid 5 mg/kg KG 12 Monate 80-90%
Pyrazinamid 25 mg/kg KG Ersten 2 Monate 90-100%
Ethamutolb *15 mg/kg KG Ersten 2 Monate 20-30%
Zusatz Vitamin B6 [1] 40 mg/d Mit INH -


Zusätzlich zur Therapie mit Tuberkulostatika [2][3][4][5] sollte Dexamethason oder Prednisolon verabreicht werden. Für Deutschland wird laut der S2k-Leitlinie beim Erwachsenen (> 15 Jahre) eine Prednisolon-Dosis von 2x40 mg/Tag empfohlen, welche nach 2-3 Wochen um jeweils 10 mg/Woche reduziert und ausgeschlichen wird [6][7].


Bei Resistenzen gegen die klassischen first line Tuberkulostatika wird die Therapie - insbesondere bei TBC-Meningitis - sehr (!) kompliziert und soll unbedingt mit Spezialisten, u.U. unter Einschaltung des nationalen TBC-Referenzzentrums in Borstel abgestimmt werden. Es wird hier auf die entsprechende Leitlinie verwiesen [12] .

Für pulmonale MDR/RR-TBC sind 6- oder 9-Monats-Regime etabliert bzw. WHO-empfohlen. Bei TBC-Meningitis sollte wegen ZNS-Beteiligung, schlechterer Evidenz, hoher Mortalität und häufig verlangsamtem radiologischem Verlauf im Regelfall länger behandelt werden.

Tab. 4. Therapiedauer bei resistenter TBC
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Die WHO-Empfehlung entspricht nicht automatisch einer unproblematischen praktischen Verfügbarkeit. In Deutschland/Europa sind Linezolid und Fluorchinolone breit verfügbar. Bedaquilin und Delamanid sind EMA-zugelassen für pulmonale MDR/RR-TBC in Kombinationsregimen. Pretomanid ist in Europa formal verfügbar, aber der Zugang war bzw. ist in vielen Ländern eingeschränkt; die Indikation bezieht sich ebenfalls auf pulmonale resistente TBC. Bei TBC-Meningitis ist die Anwendung neuer Substanzen häufig off-label und sollte mit Spezialzentrum, Krankenhausapotheke, Kostenträger und Referenzlabor abgestimmt werden [12].


Medikamentenverfügbarkeit bei resistenter TBC. FQ=Fluorchinolon
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  1. ↑ Amagon KI, Awodele O, Akindele AJ. Methionine and vitamin B-complex ameliorate antitubercular drugs-induced toxicity in exposed patients. Pharmacol Res Perspect. 2017;5(5). doi:10.1002/prp2.360
  2. ↑ Schaberg T, Bauer T, Brinkmann F, et al. [Tuberculosis Guideline for Adults - Guideline for Diagnosis and Treatment of Tuberculosis including LTBI Testing and Treatment of the German Central Committee (DZK) and the German Respiratory Society (DGP)]. Pneumologie. 2017;71(6):325-397. doi:10.1055/s-0043-105954
  3. ↑ Wilkinson RJ, Rohlwink U, Misra UK, et al. Tuberculous meningitis. Nat Rev Neurol. 2017;13(10):581-598. doi:10.1038/nrneurol.2017.120
  4. ↑ Thwaites G, Fisher M, Hemingway C, et al. British Infection Society guidelines for the diagnosis and treatment of tuberculosis of the central nervous system in adults and children. J Infect. 2009;59(3):167-187. doi:10.1016/j.jinf.2009.06.011
  5. ↑ Chin JH. Tuberculous meningitis: Diagnostic and therapeutic challenges. Neurol Clin Pract. 2014;4(3):199-205. doi:10.1212/CPJ.0000000000000023
  6. ↑ Prasad K, Singh MB, Ryan H. Corticosteroids for managing tuberculous meningitis. Cochrane Database Syst Rev. 2016;4:CD002244. doi:10.1002/14651858.CD002244.pub4
  7. ↑ Thwaites GE, Nguyen DB, Nguyen HD, et al. Dexamethasone for the treatment of tuberculous meningitis in adolescents and adults. N Engl J Med. 2004;351(17):1741-1751. doi:10.1056/NEJMoa040573