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|Vaginale Entbindung z.B. bei Nachtastung, Nachblutung in der Episiotomie
|Vaginale Entbindung z.B. bei Nachtastung, Nachblutung in der Episiotomie
|Im Regelfall keine PAP erforderlich siehe Kapitel Geburtshilfe<br />
|Im Regelfall keine PAP erforderlich. Assistierte vaginale Geburt --> PAP kann erwogen werden; Dammrisse III/IV --> PAP empfohlen (z.B. Cefuroxim 1,5g i.v.)br />
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|Kaiserschnittentbindung<br />
|Kaiserschnittentbindung<br />
|Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v. Zeitpunkt der Antibiotikagabe: präoperativ
|PAP vor Hautschnitt 1. Wahl Cefazolin 2g i.v.,
Alternative Cefuroxim 1,5g i.v.
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|Schwangerschaftsabbruch (Interruptiones und Abortabrasiones)<br />
|Schwangerschaftsabbruch (Interruptiones und Abortabrasiones)<br />
|Im Regelfall keine PAP erforderlich<br />
|Bei operativem Schwangerschaftsabbruch -->
PAP empfohlen; Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.<br />
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|Implantation von alloplastischen Material<br />
|Implantation von alloplastischen Material<br />
Version vom 20. Januar 2026, 11:56 Uhr
Zeitpunkt:
30 bis 60 Minuten vor Hautschnitt soll die Dosis appliziert sein bzw. vor Anlage der Blutsperre.
Ausnahmen:
Medikamente mit längerer Infusionsdauer, siehe Tabelle.
Eine intraoperative Wiederholung der Antibiotikagabe ist nach einem größeren Blutverlust (>1 Liter) oder bei länger dauernden Eingriffen (ein- bis zweifache Halbwertszeit der Substanz) indiziert (siehe Tabelle).
Die über die OP-Dauer fortgesetzte Antibiotika-Therapie hat in der Regel keine Vorteile hinsichtlich der postoperativen Wundinfektionsrate, sondern Nachteile bezüglich einer Resistenzentwicklung mit Suppression der endogenen Flora und Selektion pathogener Erreger und soll vermieden werden.
Eine erst nach Hautnaht verabreichte PAP hat keinen Einfluss auf die Inzidenz der postoperativen Wundinfektion.
Bis zu 24h möglich, Evidenz für Gabe über OP hinaus unklar (vgl. WHO Guidelines)
Arterielle Eingriffe der unteren Extremität und Aorta; Implantationen von Gefäßprothesen der großen arteriellen Gefäße (z.B. Aortenstent); Shuntoperationen (Rezidiv)
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Rezidiv Varikosis
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v
Schrittmacher, Port
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v
CAVE:
Immer ab 120kg KG bzw. BMI > 35: Cefuroxim/Cefazolin 3g
Eingriffe
Operationen
Antibiotika
Thoraxchirurgische Eingriffe
Thorakoskopische Eingriffe, Thorakotomie und lungenresezierende Eingriffe, Operationen an der Brustwand sowie des Mediastinums
*Cefuroxim 1,5g i.v.; Ampicillin-Sulbactam 3g i.v
Bei entsprechender Indikation + Metronidazol 500g i.v.
Vaginale Entbindung z.B. bei Nachtastung, Nachblutung in der Episiotomie
Im Regelfall keine PAP erforderlich. Assistierte vaginale Geburt --> PAP kann erwogen werden; Dammrisse III/IV --> PAP empfohlen (z.B. Cefuroxim 1,5g i.v.)br />
Offene Frakturen mit Weichteilschaden/ schwere Hand-verletzungen mit Gewebszerreißungen, Gliedmaßenreplantation*
Cefuroxim 1,5g i.v. +/- Metronidazol 0,5g i.v. (je nach Verschmutzungsgrad der Wunde)
* Bei primären Wundverschluss nur PAP und keine Therapie, da keine Infektion, nur Besiedlung vorliegt. Bei stark kontaminierten, septischen Wunden, z.T. sekundären Wunden (siehe Wundklassifikation), schweren Handverletzungen mit Gewebszerreißungen und -quetschungen, Gliedmaßenreplantation, ist trotz entsprechender chirurgischer Erfahrung eine kalkulierte Antibiotika-Therapie zu erwägen"
Geschlossene Frakturen mit Implantaten
Cefuroxim 1,5g i.v.; Cefazolin 2g i.v.
Major Amputationen (Extremitäten)
Cefuroxim 1,5g i.v. + Metronidazol 0,5g i.v.
Dermatologische Eingriffe
Die Indikation zur PAP in der Dermatochirurgie ist gegeben bei Wunden der Klasse II-IV nach Haas und Grekin:
II. Leicht kontaminierte Wunden: Kleinere Defizite der Asepsis oder jede Operation an Mukosa oder intertriginösen Arealen (z. B. Mundhöhle, Nasenschleimhaut, Achsel, Inguinal, Perineum). Infektionsrate etwa 10%.
III. Kontaminierte Wunden: Deutliches Defizit der Asepsis oder sichtbar entzündete Haut mit oder ohne Exsudat (z. B. entzündete Zysten, traumatische Wunden). Infektionsrisiko 20-30%
IV. Septische Wunden: Kontaminierte Fremdkörper, Eiter, Nekrose (z. B. nekrotische Tumore, rupturierte Zysten, Acne inversa). Infektionsrisiko etwa 40%.
Große Tumorchirurgie
Cefuroxim 1,5g i.v.;
Cefazolin 2g i.v.
Haut- und Weichteilchirurgie
Keine primären PAP nötig, bei ausgedehnter Chirurgie ggf. Cefuroxim 1,5g i.v.;
Cefazolin 2g i.v.
Endo-Urologische Eingriffe
Ureterorenoskopie
Nur Risikopatienten (komplizierter Ureterstein; langfristig einliegender Katheter)
Fosfomycin 3 g oral;cave: Aufklärung über nicht gegebene arzneimittelrechtliche Zulassung
Alternativ in Ausnahmefällen:
Mit expliziter Risikoaufklärung weiterhin Ciprofloxacin 500mg p.o.
Ceftriaxon 2g i.v. und postinterventionell für 2 Tage Cefpodoxim 2 x 200 mg p.o. Bei Z.n. vorausgegangenen transrektalen Prostatabiopsien: Rektalabstrich und ggf. testgerechte Antibiotikatherapie nach Befund
Indikation nach den Empfehlungen der geplanten Prozedur. Anpassung der PAP in Abhängigkeit von Erreger, Resistenz, Wirtsfaktoren, geplanter OP und Lokalisation des Erregerreservoirs. Siehe auch Kapitel Multiresistente Erreger
Eine Kreuzallergie zu Cephalosporinen ist selten. Es ist schwierig, belastbare Zahlen über das Ausmaß der Kreuzallergie zu finden, wohl auch weil das Ausmaß der Kreuzallergie mit dem Ausmaß der chemischen Modifikation der Substanz abnimmt. Daher würde eher ein Zweit- (Cefuroxim) als ein Erstgenerations-Cephalosporin (Cefazolin) zu empfehlen sein. Siehe auch Kapitel Penicillinallergie.
CAVE:
Symptome einer berichteten Penicillin-Allergie genau erfragen.